In der heutigen Zeit, in der das Klima immer mehr aus den Fugen gerät, wird der Zustand unserer Städte zunehmend zum Thema. Aktuelle Untersuchungen von Greenpeace zeigen, wie es um die Grünflächen in Österreichs urbanen Gebieten steht. Dabei wurden 80 Innenstädte per Satellit auf ihre Grünflächen untersucht. Diese Analyse, die auf präzisen Copernicus-Satellitendaten beruhte, hatte zum Ziel, die Auswirkungen der Klimakrise und des Artensterbens zu bewerten. Mit einem Blick auf die Ergebnisse wird schnell klar: Es gibt ein gewaltiges Gefälle beim Grünflächenanteil!

So belegt Lienz mit einem mageren Grünflächenanteil von nur 18,9 Prozent den 78. Platz und ist damit drittletzter. Wer hätte das gedacht? Wörgl und Wolfsberg schneiden sogar noch schlechter ab. Zum Vergleich: Lustenau führt die Wertung mit stolzen 55,3 Prozent an. Bad Vöslau und Ebreichsdorf folgen dicht dahinter. Diese Zahlen sind alarmierend und zeigen, dass viele Städte in Niederösterreich und Vorarlberg von schattigen Innenstädten träumen, während Lienz weit abgeschlagen ist. Eine interaktive Karte mit den Detailergebnissen findet man übrigens online – sehr praktisch, um sich selbst ein Bild zu machen. (Quelle)

Klimawandel und Artensterben

Ehrlich gesagt, die Situation ist nicht nur ein urbanes Problem, sondern ein globales. Der Klimawandel hat weitreichende Folgen für die Biodiversität und das Überleben vieler Arten. Der WWF hat in einem Bericht darauf hingewiesen, dass die Erderwärmung und das Artensterben Hand in Hand gehen. Wenn wir die Natur nicht besser schützen, wird das nicht nur für die Umwelt, sondern auch für uns Menschen fatale Folgen haben. Der WWF macht darauf aufmerksam, dass es wichtig ist, sich mit den Ursachen und den Folgen des Klimawandels auseinanderzusetzen. Und hier sind wir wieder beim Thema Stadtgrün: Wo keine Bäume und Pflanzen sind, da fehlen Lebensräume für viele Arten. Irgendwie ist das alles miteinander verbunden.

Besonders interessant ist ein Blick auf die Messdaten zur Bodenbedeckung in Deutschland. Ein Projektteam hat eine deutschlandweite Klassifikation der Bodenbedeckung erstellt, die auf Sentinel-2-Daten basiert. Diese Daten geben einen tiefen Einblick in die Grünausstattung der Städte. Und was fällt auf? Großstädte wie Berlin haben weniger urbanes Grün als kleinere Städte. In Berlin stehen jedem Stadtbewohner im Schnitt 119 m² urbanes Grün zur Verfügung. Zum Vergleich: In Deutschland haben Städte ab 5.000 Einwohnern insgesamt etwa 74.124 km² urbanes Grün, wovon 7.649 km² in Siedlungs- und Verkehrsflächen fallen. Das lässt einen schon ins Grübeln kommen. Was bleibt uns also anderes übrig, als für mehr Grün in unseren Städten zu kämpfen? (Quelle)

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