In der Lienzer Rosengasse sorgte eine Leserin für Aufregung, als sie in den Bio-Tonnen der MPreis-Filiale eine erstaunliche Menge an entsorgten Lebensmitteln entdeckte. Unter den Abfällen fanden sich Kartoffeln, Äpfel, Radieschen und sogar Blumen. Die Mülltonnen waren bis zum Rand gefüllt, doch ob sie tatsächlich nur mit Lebensmitteln gefüllt waren, lässt sich nicht abschätzen. Mit dieser Entdeckung wandte sich die Leserin sowohl an die Dolomitenstadt-Redaktion als auch direkt an MPreis, um auf die problematische Entsorgung von scheinbar verwertbaren Lebensmitteln und die unerlaubte Beigabe von Plastikverpackungen hinzuweisen. Quelle
Jennifer Plattner, die Unternehmenssprecherin von MPreis, erklärte, dass die entsorgten Lebensmittel bereits verdorben und nicht mehr verkäuflich gewesen seien. Selbst die Kartoffeln, die auf den ersten Blick gut aussahen, seien bereits faulig gewesen. Plattner betonte, dass das Entsorgen von Plastikverpackungen im Biomüll nicht zulässig sei und nicht der Firmenphilosophie entspreche. Um solche Vorfälle in Zukunft zu vermeiden, wurden bereits Gespräche mit der Filialleitung geführt.
Aktion gegen Lebensmittelverschwendung
Das Thema Lebensmittelverschwendung ist nicht nur lokal von Bedeutung, sondern wird auch auf nationaler Ebene angegangen. Im Rahmen der Aktionswoche „Zu gut für die Tonne!“, die vom 29. September bis 6. Oktober 2026 stattfindet, setzen sich mehrere Bundesländer und Partner für die Wertschätzung von Lebensmitteln ein. Diese Woche bietet eine Plattform für Mitmach-Aktionen in verschiedenen Bereichen wie Außer-Haus-Verpflegung, Handel, Schulen, Kitas, Landwirtschaft und im digitalen Raum. Die Aktionswoche umfasst auch Quizze, Koch-Workshops, Schulprojekte und Schnippelparties, die alle darauf abzielen, Tipps zur Einkaufplanung, Lebensmittel-Lagerung und Resteverwertung zu geben. Quelle
Die Dimension der Lebensmittelverschwendung
Die Problematik der Lebensmittelverschwendung ist enorm. Im Groß- und Einzelhandel sowie bei Großverbrauchern wie Gastronomien und Betriebskantinen fallen jährlich fast 6 Millionen Tonnen Lebensmittelabfälle an. Experten schätzen, dass durch besseres Management, verändertes Verbraucher:innenverhalten und angepasste Marketingstrategien bis zu 90 Prozent dieser Verschwendung vermieden werden könnten. Einfache Maßnahmen, wie die transparente Erfassung von Lebensmittelabfällen oder unterschiedliche Portionsgrößen, könnten die Abfälle um bis zu 40 Prozent reduzieren. Bildungseinrichtungen und öffentliche Kantinen spielen dabei eine besondere Vorbildfunktion. Quelle
Um Lebensmittelverschwendung effektiv zu vermeiden, sollten Verbraucher:innen die eigenen Konsumgewohnheiten hinterfragen. Tipps wie das bewusste Überprüfen von weggeworfenen Lebensmitteln, das Erstellen von Einkaufslisten, das Einfrieren oder kreative Verarbeiten von überschüssigen Lebensmitteln sowie die realistische Einschätzung des Mindesthaltbarkeitsdatums können helfen, Abfälle zu reduzieren. Denn Obst und Gemüse sind natürliche Produkte und müssen nicht immer perfekt aussehen, um genießbar zu sein.