In Lienz tut sich etwas: An der Dolomitenkreuzung wird ein neues Projekt realisiert, das die Pläne für ein großes Kaufhaus endgültig über den Haufen wirft. Der Immobilienentwickler SES Spar European Shopping Centers hat das Grundstück übernommen und plant nun ein Mischprojekt, das einen Eurospar-Markt, Gastronomie sowie Wohnraum und Büros umfasst. Ursprünglich sollte hier ein 21 Meter hoher Großkaufhaus mit 10.000 m² Verkaufsfläche entstehen, doch die Umstände und die lokale Opposition haben zu einem Umdenken geführt.

Die Flächenwidmung für das neue Projekt wurde am 21. April 2026 mit 20:1 Stimmen im Gemeinderat genehmigt, wobei nur MFG-Gemeinderätin Christiana Laßnig gegen das Vorhaben stimmte. Dabei war die Volksbefragung im Jahr 2009 eindeutig: Eine Mehrheit der Lienzer sprach sich gegen das ursprüngliche Kaufhaus-Projekt aus. Trotz der Warnungen vor einem möglichen Verkehrskollaps und Existenzängsten der lokalen Geschäftsleute wurde die Flächenwidmung durch eine „Buntallianz“ aus SPÖ, FPÖ, Grünen und der Liste Stadt Lienz genehmigt. Die ÖVP stimmte mit 10 Stimmen gegen die Genehmigung.

Neues Konzept mit Mischnutzung

Das geplante Mischprojekt umfasst nicht nur einen Eurospar-Markt mit 1.200 m² Verkaufsfläche, sondern auch 600 m² für Gastronomie und Handelsflächen. In den Obergeschossen sind Stadtwohnungen sowie gewerbliche Flächen für Büros und Ordinationen vorgesehen. Eine Tiefgarage, die über die Messinggasse erschlossen wird, soll ausreichend Stellplätze bieten, auch wenn dessen genaue Anzahl im Gemeinderat noch nicht konkretisiert wurde.

Der neue Eurospar-Markt wird den bestehenden SPAR-Markt in der Defereggerstraße ersetzen. Die Baueinreichung für das Projekt ist für Ende 2026 oder Anfang 2027 geplant. Dabei bleibt abzuwarten, ob die Skepsis von Bürgermeisterin Elisabeth Blanik, die sich mit den Worten „Ich glaube das erst, wenn die Bagger auffahren“ äußerte, berechtigt ist.

Ein langer Weg zur Mischnutzung

Der Weg zu diesem Mischprojekt war lang und steinig. Der ursprüngliche Plan von 2008 sah ein großes Kaufhaus vor, doch der Konkurs der Hobag AG machte einen Umdenken notwendig. Der jetzige Investor, Martin Hellweger, CEO von Kronberg International, hat sich mit der Südtiroler Sparkasse über den Erwerb des Hypothekardarlehens geeinigt, das zur Finanzierung des Grundstücks dient. Verträge zu diesem Thema sind derzeit in Ausarbeitung.

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Das Konzept der urbanen Mischnutzung, das nun in Lienz umgesetzt werden soll, fördert nachhaltige Stadtentwicklung und verbessert die Lebensqualität. Urbane Mischnutzungsobjekte kombinieren Wohnen, Arbeiten und Freizeit in einem Gebäude oder Quartier. In Städten mit hoher Mischnutzung werden weniger Ressourcen verbraucht und der CO2-Ausstoß kann gesenkt werden. Die Entwicklung von Mischprojekten erfreut sich seit den 1960er Jahren wieder zunehmender Beliebtheit und könnte auch in Lienz ein positiver Schritt in Richtung einer modernen Stadtentwicklung sein.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Projekt an der Dolomitenkreuzung nicht nur die lokale Wirtschaft ankurbeln, sondern auch dazu beitragen könnte, Lienz zu einem attraktiveren Wohn- und Lebensort zu machen. Ob die Skepsis der Bürgermeisterin und der Bürger gerechtfertigt ist, wird sich in den kommenden Jahren zeigen.