Am 24. Mai 2026 erlebten 19 Schüler:innen der 3e-Klasse des Gymnasiums Lienz einen spannenden Tag im BNW-Teich in Nußdorf-Debant. Statt in der Schule zu sitzen, tauschten sie die Schulbank und das Tablet gegen Gummistiefel und Arbeitshandschuhe. Die frische Luft und das Plätschern des Wassers boten eine willkommene Abwechslung und die Möglichkeit, aktiv zum Naturschutz beizutragen. Begleitet wurden sie von ihren Biologieprofessorinnen Veronika Kruschitz und Renate Hölzl sowie Klassenvorständin Edith Noner, die den Tag mit viel Engagement unterstützten.

Die Schüler:innen hatten sich nicht nur für die Arbeit am Teich entschlossen, sondern auch für ein kleines Abenteuer in die Welt der Pflanzen und Tiere. Mithilfe der App „Flora Incognita“ bestimmten sie die umliegende Vegetation und lernten das Ökosystem des Biberteichs kennen. Besonders interessant war die Information über den Biber, das größte Nagetier Europas, das hier eine zentrale Rolle spielt. Der Biber (Castor fiber) ist nicht nur für seine beeindruckende Körpergröße bekannt – bis zu 130 cm – sondern auch für seine Lebensweise, die stark von den Gewässern abhängt, in denen er lebt.

Die Rolle des Bibers im Ökosystem

Biber nutzen regenerationsfähige Weichhölzer als Nahrung und Baumaterial. Das bedeutet, dass sie im Sommer vor allem krautige Pflanzen und Wasserpflanzen fressen, während sie im Winter auf Rinde und Zweige zurückgreifen. Diese Nahrungsaufnahme hat nicht nur Auswirkungen auf die Bäume um den Teich, sondern auch auf die gesamte Biodiversität. Durch ihre Dämme und Burgen schaffen Biber Lebensräume für viele andere Arten, die von den durch sie geschaffenen Strukturen profitieren. Amphibien, Vögel und Fische finden in diesen Biberlebensräumen optimale Bedingungen, um zu gedeihen.

Der Tag an den Ufern des BNW-Teichs war also nicht nur eine praktische Lehrstunde für die Schüler:innen, sondern auch eine wertvolle Erfahrung für die gesamte Region. Die jungen Umweltschützer:innen setzten neue Bäume wie Sanddorn, Weiden und Erlen, die sie mit Drahtzäunen schützten, um sie vor dem gefräßigen Biber zu bewahren. Auch bestehende Bäume wurden mit Schutzvorrichtungen versehen – ein wichtiger Schritt, um das ökologische Gleichgewicht zu erhalten.

Herausforderungen und Lösungen

Dennoch ist das Zusammenleben von Mensch und Biber nicht ohne Konflikte. In vielen Regionen, insbesondere in Deutschland, gibt es Spannungen zwischen landwirtschaftlicher Nutzung und den Lebensräumen des Bibers. Landwirtschaftliche Schäden entstehen oft durch die Dämme, die sie bauen, sowie durch Überschwemmungen. Ein durchdachtes Bibermanagement, das die Bevölkerung über Biologie und Lebensraumnutzung informiert und präventive Maßnahmen ergreift, könnte hier helfen, die Konflikte zu minimieren. In Niederösterreich wird klar betont, dass mehr als nur Tötung notwendig ist, um mit den Bibern umzugehen und gleichzeitig die Artenvielfalt zu schützen.

Werbung
Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Nach einem langen, aber erfüllenden Arbeitstag erhielten die Schüler:innen zum Abschluss eine Jause von der Gemeinde Nußdorf-Debant. Ein kleiner Snack, der die Anstrengungen des Tages würdigte und die Begeisterung für den Naturschutz weiter beflügelte. Es war ein Tag voller Lernen, Teamarbeit und der Möglichkeit, einen direkten Beitrag zur Natur zu leisten – eine Erfahrung, die die Schüler:innen so schnell nicht vergessen werden.

Für weitere Informationen über den Biber und seine Lebensweise kann die ausführliche Quelle hier eingesehen werden, sowie die Details zu den historischen Hintergründen des Bibers hier.