In Lienz, der charmanten Stadt in den österreichischen Alpen, brodelt es. Der Stadtmarkt, ein beliebter Treffpunkt für Einheimische und Touristen, steht im Fokus der Diskussionen. Paul Meraner von der Liste MFG hat in der letzten Gemeinderatssitzung einen bedeutenden Punkt zur Zukunft des Marktes angestoßen. Er möchte die bestehenden Rahmenbedingungen und Vorschriften, die für den Markt gelten, überprüfen lassen. Dabei hat er auch auf die Nachfolgeprobleme bei den bestehenden Standplätzen hingewiesen. Meraner ist überzeugt, dass der Stadtmarkt nicht nur die Innenstadt belebt, sondern auch regionale Wirtschaftskreisläufe stärkt. Schließlich feierte der Markt im vergangenen Jahr bereits sein 25-jähriges Bestehen und hat sich als Publikumsmagnet etabliert.
Doch nicht alles läuft rund. Leere Stände sorgen für Gesprächsstoff, und es gibt Stimmen, die die Qualität des Angebots in Frage stellen. Christian Steininger, der Obmann des Ausschusses für Wirtschaft und Standortentwicklung, war über den Antrag von Meraner überrascht und verwies auf bereits geführte Gespräche. Bürgermeisterin Elisabeth Blanik (SPÖ) betonte, dass ein ständiger Austausch zwischen Stadtmarketing und Marktbetreibern stattfindet. Die Kritik von Franz Theurl über mangelnde Transparenz und sinkende Qualität konnte Blanik nicht nachvollziehen. Sie stellte klar, dass für die Standler klare Verantwortlichkeiten und Qualitätsstandards gelten.
Der Verlust des Kuenz-Stands
Ein besonders schmerzhafter Verlust war der Kuenz-Stand, der seit dem vorigen Herbst nicht mehr vertreten ist. Hermann Kuenz, einer der Gründerväter des Marktes, hat das Bild dort geprägt. Johannes Kuenz, der Nachfolger, berichtete, dass sowohl die Frequenz als auch der Umsatz nicht positiv entwickelt hätten. Meraner hingegen fordert, die regionalen und saisonalen Produkte stärker in den Fokus zu rücken, um das Angebot zu beleben.
Berno Mühlburger, der Obmann des Vereins Stadtmarkt Lienz, sieht die Situation jedoch gelassener. Er ist mit dem Besucherandrang zufrieden und betont, dass aktuell nur zwei Standplätze frei sind. Gleichzeitig hebt er die gute Betreuung durch das Stadtmarketing hervor und macht auf den bäuerlichen Strukturwandel aufmerksam, der als Herausforderung wahrgenommen wird. Bürgermeisterin Blanik nannte die zeitlichen Belastungen für die Standler eine der Schwierigkeiten; sie dürfen nur vier Mal im Jahr fehlen. Ein Punkt, den Manuel Kleinlercher von der FPÖ bestätigte: Jüngere Standler wünschen sich mehr Freizeit.
Neue Chancen für den Stadtmarkt
Der Stadtmarkt sucht dringend neue Standlerinnen und Standler. Im Juli 2026 wird eine Neuausschreibung der Marktstände erfolgen, die als Chance gesehen wird, das Angebot auszubauen und frische Impulse zu setzen. Interessierte Betriebe, Direktvermarkter und Produzenten können sich um Standplätze bewerben. Die Bürgermeisterin wies darauf hin, dass es einen regelmäßigen Austausch zwischen dem Verein Stadtmarkt und der Stadt gibt, um die Weiterentwicklung des Marktes voranzutreiben.
Ein ganz besonderes Ereignis steht bevor: Der Stadtmarkt lädt am 12. und 13. Juni 2026 zu einem großen Geburtstagsfest ein. An beiden Tagen gibt es ein erweitertes Programm, am Freitag erwartet die Besucher eine Käse- und Weinverkostung sowie der Verkauf von Jungpflanzen. Am Samstag wird ein Marktfrühstück mit Produkten regionaler Anbieter angeboten, begleitet von der musikalischen Darbietung des Duos Martin und Andreas aus Matrei.
Regionale Wirtschaft stärken
Diese Entwicklungen fallen in eine Zeit, in der auch auf Bundesebene an der Förderung regionaler Wirtschaft gearbeitet wird. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie hat die GRW-Förderung überarbeitet, die am 1. Januar 2026 in Kraft tritt. Ziel ist es, regionale Förderung einfacher und wirksamer zu gestalten. Für 2026 stehen etwa 1,3 Milliarden Euro zur Verfügung, die hälftig von Bund und Ländern getragen werden. Die Neuaufstellung könnte auch dem Lienzer Stadtmarkt zugutekommen, um die lokale Wirtschaft weiter zu stärken und neue Arbeitsplätze zu schaffen.
Die Situation rund um den Stadtmarkt ist also vielschichtig und spannend. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Dinge entwickeln und ob die angestoßenen Gespräche und Maßnahmen fruchtbare Ergebnisse liefern werden. Ein lebendiger und gut besuchter Stadtmarkt wäre schließlich nicht nur ein Gewinn für Lienz, sondern auch für die gesamte Region.
