Die Vielfalt der Dialekte in Tirol wird in einer besonderen Veranstaltung am 29. und 30. November 2025 in Außervillgraten gefeiert. Unter dem Motto „Die Vielfalt der Sprache – entdecken und verstehen“ werden zahlreiche Themen mit überregionaler Bedeutung sowie osttiroler Aspekte im Mittelpunkt stehen. Am 30. November um 10.30 Uhr wird der Vortrag von Yvonne Kathrein unter dem Titel „Klein, aber oho: Osttirol als Dialektlandschaft“ die Teilnahme der Besucher an der Veranstaltung bereichern. Kathrein, die vom Institut für Germanistik der Universität Innsbruck kommt, wird die Besonderheiten der osttiroler Dialekte in den Fokus stellen. Besondere Merkmale wie die eigenständigen Wortschätze und die große innere Vielfalt der Region werden thematisiert.
Osttirol, der einzige Tiroler Bezirk, der von Germanen, Romanen und Slawen geprägt ist, bietet eine faszinierende Dialektlandschaft. Beispiele für Dialekte, die in dieser Region gesprochen werden, sind Wialischa, Wuilischa, Wiilischa, Wilschga, Wialschga, Wualschga, Wianschga und Wiischgna. Diese Vielfalt soll im Rahmen der Veranstaltung umfassend beleuchtet werden, um ein besseres Verständnis für die sprachliche und kulturelle Identität Osttirols zu fördern. Veranstaltet wird die Eventreihe vom Haus Valgrata in Außervillgraten, und das Programm wurde von der Universität Innsbruck zusammengestellt, wie dolomitenstadt.at berichtet.
Die Rolle des Tiroler Dialektarchivs
Parallel zu dieser Veranstaltung wurde eine neue Umfrage zur Wahrnehmung und Einschätzung von Tiroler Dialekten gestartet. Diese Umfrage läuft bis zum 6. Juli 2025 und gibt den Teilnehmern die Möglichkeit, an einem Gewinnspiel für die neue Asterix-Übersetzung „Mander, ‘s isch Zeit!“ von Markus Koschuh teilzunehmen. Das Tiroler Dialektarchiv ist seit den 1970er Jahren ein bedeutendes Projekt zur Dokumentation und Erforschung der Dialekte in Tirol. Es enthält Aufnahmen von über 120 Gemeinden und basiert auf umfangreichen Befragungen von ortsansässigen Gewährspersonen.
Das Archiv sammelt Daten, die für wissenschaftliche Zwecke verwendet werden, und ermöglicht über das Projekt „Tiroler Ortsdialekte online (TiDiOn)“ den Zugriff auf Dialektbelege und deren Varianten. Anmeldungen zum Aufnahmetool sind notwendig, um die Mikrofonaufnahme durchzuführen. Die jahrelange Tradition des Archivs, insbesondere die Arbeiten von Eugen Gabriel, hat wesentlich zur Erfassung der reichen Dialektlandschaft beigetragen – eine Erbschaft, die auch heute noch gepflegt wird.
Dynamik der Tiroler Dialekte
Die Dialekte in Tirol zeigen eine große regionale und historische Vielfalt. Während im Süden, Osten und Zentralraum von Nordtirol zum Beispiel „ålm/åjm“ für Alpe oder Bergweide genutzt wird, sind in anderen Regionen, wie dem westlichen Tirol, Übergangsformen zu beobachten. Dialekte wie der Innsbrucker sprechen eine relativ leicht verständliche Form, stark beeinflusst vom Standarddeutschen. In den ländlichen Gebieten hingegen, wie im Stubaital, ist der Gebrauch dialektaler Ausdrücke traditioneller und zeigt sich in verschiedenen Ausprägungen, die durch Handelswege geprägt sind.
Die Entwicklung und Verwendung von Dialekten in den ländlichen Regionen wird durch Stadtfluchten und die damit einhergehende Verbreitung städtischer Dialekte herausgefordert. Diese Dynamiken zeigen, wie lebendig und anpassungsfähig die Dialekte sind und deren Rolle als Teil der kulturellen Identität in Tirol, wie auch auf der Plattform von Wikipedia ausgeführt wird.
Die bevorstehenden Veranstaltungen und Projekte bieten somit eine wertvolle Gelegenheit, die lebendige und bunte Dialektlandschaft Tirols zu erleben und zu würdigen.