Protest gegen Bauvorhaben sorgt für Verkehrschaos auf der Fernpassstraße
In den kommenden Wochen könnte es auf der Fernpassstraße (B179) ordentlich turbulent werden, wenn Anwohner und Bürgerinitiativen am 27. Juni und 1. August die Straße blockieren. An diesen Tagen wird die Fernpassstraße zwischen Füssen/Reutte und der Rastanlage Nassereith jeweils von 10 bis 12 Uhr für mindestens zwei Stunden gesperrt. An den Sperrstellen am Katzenberg bei Reutte und am Rastland Nassereith wird es zu erheblichen Verkehrsproblemen kommen, da das Polizeipräsidium Schwaben Süd/West vor nicht erforderlichen Fahrten in Richtung Tirol warnt. Besonders am 27. Juni, dem ersten Ferientag in Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland, werden erhebliche Rückstaus auf der A7 in Richtung Füssen und am Grenztunnel erwartet.
Die Anwohner blockieren die Straße im Rahmen einer Protestaktion gegen die geplanten Bauvorhaben der Landesregierung am Fernpass, die mit Kosten von rund 600 Millionen Euro verbunden sind. Zu den umstrittenen Projekten gehören unter anderem zwei Tunnelneubauten. Vor zwei Wochen gab es bereits eine Blockade am Brenner, die zwar acht Stunden dauerte, aber weniger gravierende Auswirkungen hatte, als zunächst befürchtet. Dennoch sind die Organisatoren der Verkehrsinitiative „Lebensraum Gurgltal, Außerfern und Mieminger Plateau“ entschlossen, den Widerstand fortzusetzen. Und das nicht ohne Grund, denn die Sorgen um den Verkehr und die Umwelt stehen dabei im Vordergrund.
Geplante Protestaktionen
Besonders am 27. Juni wird es eine Demonstration der Bürgerinitiative Lebensraum Gurgltal, Außerfern, Mieminger Plateau geben, die um 10 Uhr bei der Wollspinnerei Wagner in Reutte beginnt. Die Route führt über den Katzenberg bis zum Salzsilo. Walter Schimpfössl, der Organisator und Mitglied der Bürgerinitiative, hat klare Forderungen: Er fordert eine Neubewertung des Projekts, da der Bau des Scheiteltunnels möglicherweise mehr Verkehr anziehen könnte. Die Befürchtungen sind nicht unbegründet; Prognosen deuten auf bis zu 4.500 Lkw pro Tag hin, wenn das 7,5-Tonnen-Limit fallen sollte. Das könnte eine neue Transitroute in Richtung Brenner schaffen und den Lkw-Verkehr weiter ansteigen lassen.
Ein weiterer Kritikpunkt ist die geplante Maut, die auch Einheimische betreffen würde. Schimpfössl bezeichnet die Idee, die Maut mit Regionalgutscheinen zu bezahlen, als fragwürdig. Die Bürgerinitiative setzt sich zudem dafür ein, dass Verkehrsdosierungen an den Grenzen eingeführt und die Kontrollen des 7,5-Tonnen-Limits verstärkt werden. Die Organisatoren der Demo erwarten einige Hundert Teilnehmer und appellieren an alle, umweltfreundlich anzureisen, sei es mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder dem Fahrrad.
Verkehrseinschränkungen und alternative Routen
Zu beachten ist, dass am 27. Juni auch das Hahntenjoch für den gesamten Verkehr gesperrt sein wird. Reisenden wird geraten, die Fernpassroute an diesem Tag großräumig zu umfahren, da auch die Alternativrouten wie die A96, A14 und A8 stark belastet sein könnten. Während dort keine Sperrungen geplant sind, wird die Situation aufgrund der Blockade an der Fernpassstraße angespannt sein. Die Verkehrseinschränkungen zwischen 10 und 12 Uhr werden in den betroffenen Bereichen vollständig sein, mit Ausnahme für Einsatzfahrzeuge und Anrainer.
Ein Blick auf die Mobilität und den Verkehr zeigt, dass solche Proteste nicht nur lokal, sondern auch gesamtheitlich betrachtet werden sollten. Der VCÖ (Verkehrsclub Österreich) bietet auf seiner Webseite umfassende Informationen zu Mobilität und Transport an. Immerhin haben die dort veröffentlichten Grafiken einen hohen Nutzen für die Öffentlichkeit und können für verschiedene Zwecke verwendet werden, was sicher auch für die Diskussion um den Fernpass relevant ist.
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