Heute ist der 17.05.2026 und in Reutte sorgt ein spektakulärer Fund für Aufregung. Oberhalb von Wängle wurden uralte Münzen und Opfergaben entdeckt, die die Geschichte des Außerfern auf den Kopf stellen könnten. Diese Entdeckungen deuten nicht nur auf frühere Siedlungen in der Region hin, sondern werfen auch spannende Fragen zur Identität der damaligen Bewohner auf. War es die keltische oder die rätrische Kultur, die hier lebte? Das bleibt vorerst ein Rätsel.

Margarethe Kirchmayr, eine Archäologin aus Musau, hat vor etwa vier Jahren den Kontakt zu einem Metallsucher aufgenommen. Dieser stieß auf eine beeindruckende Sammlung von rund 170 keltischen und 50 römischen Münzen, nicht zu vergessen die gefundenen Waffen, Schmuck, Pferdegeschirr und Tierknochen. Der Fundort wird als ehemalige Opferstätte angesehen und steht unter Denkmalschutz. Die Objekte belegen die Nutzung des Platzes von etwa 500 v. Chr. bis ins 5. Jahrhundert n. Chr., was eine Zeitspanne von fast 1000 Jahren umfasst. Zuvor galt eine Siedlung in Biberwier aus dem frühen 1. Jahrhundert n. Chr. als ältester Nachweis menschlicher Besiedelung im Außerfern.

Neubewertung der Region und zukünftige Pläne

Dr. Johannes Schießl erläutert, dass die Funde in Wängle mindestens 500 Jahre ältere Siedlungen nachweisen. Diese Funde werfen nicht nur Fragen zur Zugehörigkeit der frühen Bewohner auf, sondern auch zur kulturellen Vielfalt der Region. Überlegungen zur Ausstellung der Objekte laufen bereits parallel zur laufenden Forschung. Ein eigenes Museum in Wängle scheint zwar finanziell nicht realisierbar, doch die Burgenwelt Ehrenberg wird als alternativer Standort in Betracht gezogen. Die Macher hoffen, dass das Museum eventuell im Jahr 2032 eröffnet werden kann, um die bayerische Landesausstellung „Römerland Bayern“ zu ergänzen.

Gerade jetzt werden die Funde im Rahmen eines EU-geförderten LEADER Projekts inventarisiert und restauriert. Die Universität Innsbruck hat bereits signalisiert, dass sie passende Fundstücke für eine Ausstellung zur Verfügung stellt. Das Museumsprojekt befindet sich noch in der Planungsphase, doch das Ziel ist klar: ein erlebbares Museum zu schaffen, das die Geschichte der Region erlebbar macht.

Keltische Münzen und ihre Bedeutung

Die Münzen, die in Wängle gefunden wurden, sind nicht nur einfache Geldstücke. Sie sind Zeugen einer faszinierenden Kultur. Keltische Stämme wanderten im 9. Jahrhundert v. Chr. nach Spanien, und ab etwa 200 v. Chr. begannen sie, in den römischen Provinzen eigene Münzprägungen zu etablieren. Diese Münzen orientierten sich stark an griechischen und römischen Vorbildern. So zeigten Silberdenare oft einen bärtigen Männerkopf und einen Reiter mit Lanze, während Bronze-Asse lateinische Beschriftungen trugen, die an römische Münzen erinnerten. Das zeigt, wie die Kelten sowohl ihre eigene Identität bewahrten als auch von anderen Kulturen beeinflusst wurden.

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Die Funde aus Wängle könnten also nicht nur für die Region, sondern auch für das Verständnis der keltischen Kultur insgesamt von großem Interesse sein. Münzen mit stilisierten Büscheln oder Pferden, die vor der römischen Besetzung geprägt wurden, könnten hier einen ganz neuen Kontext erhalten. Der Abstraktionsgrad der keltischen Münzen nahm im Laufe der Zeit zu, und die Entdeckungen in Wängle könnten diesen Wandel dokumentieren.

Es bleibt spannend zu beobachten, wie sich die Forschung weiterentwickelt und welche weiteren Geheimnisse diese Region noch birgt. Die Schätze aus Wängle könnten uns viel über unsere Vorfahren erzählen und vielleicht sogar das Bild der keltischen Geschichte in Mitteleuropa neu definieren.

Für alle Geschichtsinteressierten und Neugierigen bleibt nur zu sagen: Lasst euch überraschen, was noch kommen wird!