Am 22. Mai 2026, einem Tag, der für einen 14-jährigen Jungen in Prutz, Tirol, schicksalhaft werden sollte, ereignete sich ein schwerer Unfall mit einem E-Scooter. Gegen 19.20 Uhr fuhr der Teenager mit dem Roller eines Freundes den Mugglaweg bergwärts. Plötzlich stellte sich heraus, dass die Bremsen des Scooters nicht richtig funktionierten. Ein unglücklicher Moment, der dazu führte, dass der Junge in einer Rechtskurve gegen die Betonwand prallte. Dabei trug er keinen Helm und keine Schutzausrüstung – ein Risiko, das sich bitter rächen sollte. Die Folgen waren schwerwiegend: eine schwere Verletzung am rechten Handgelenk und unbestimmte Verletzungen an den Knien. Umgehend wurde er mit dem Rettungshubschrauber ins Krankenhaus nach Zams geflogen. Sein Freund hatte ihn zwar vor der Fahrt über die eingeschränkte Bremsleistung des Scooters gewarnt, doch der Drang nach Abenteuer überwog.

Nur wenige Stunden später, gegen 21.10 Uhr, wiederholte sich ein ähnliches Szenario in Reutte. Ein 35-jähriger Österreicher war mit seinem E-Scooter auf einer Gemeindestraße unterwegs, als er aufgrund von Bodenunebenheiten die Kontrolle verlor. Der Versuch, abzuspringen, endete in einem Sturz, der ihn schwer an der linken Hand und in der Hüfte verletzte. Auch er wurde schnellstens in ein Krankenhaus gebracht. Ein Drogenschnelltest ergab, dass er unter dem Einfluss von Drogen stand, und bei der amtsärztlichen Untersuchung wurde Übermüdung festgestellt. Das Ganze wird nun der Bezirkshauptmannschaft Reutte zur Anzeige gebracht.

Ein besorgniserregender Trend

Diese beiden Vorfälle sind Teil eines besorgniserregenden Trends, der sich in den letzten Jahren abzeichnet. Laut aktuellen Statistiken stieg die Zahl der E-Scooter-Unfälle im Jahr 2024 drastisch an. Die Polizei registrierte knapp 12.000 Unfälle, was einem Anstieg von 27 % im Vergleich zu 2023 entspricht. Besonders alarmierend ist, dass 27 Menschen ihr Leben verloren – alle waren selbst auf einem Scooter unterwegs. Im Jahr 2023 gab es noch 22 Todesopfer. Rund 1.500 Menschen wurden schwer verletzt und etwa 11.400 leicht. Dies zeigt, dass E-Scooter-Unfälle 4 % der insgesamt rund 290.700 Verkehrsunfälle mit Personenschaden ausmachten.

Die Dunkelziffer könnte sogar höher sein, denn fast 50 % der verunglückten Fahrer waren jünger als 25 Jahre. Das lässt darauf schließen, dass jüngere Menschen besonders gefährdet sind. Die häufigste Unfallursache ist die falsche Nutzung von Fahrbahnen oder Gehwegen – in 21 % der Fälle. Und Alkohol spielt ebenfalls eine Rolle, denn in 12 % der Unfälle war der Fahrer alkoholisiert.

Der Vergleich mit Deutschland

Ein Blick über die Grenze nach Deutschland zeigt ein ähnliches Bild. Im Jahr 2024 gab es dort 11.944 E-Scooter-Unfälle mit Personenschaden, ein Anstieg von 26,7 % im Vergleich zu 2023. Auch hier starben 27 Menschen bei Unfällen, was einen Anstieg von 5 Todesfällen im Vergleich zum Vorjahr darstellt. 83,9 % der Verunglückten waren selbst E-Scooter-Fahrer. Die Straßenverkehrsordnung erlaubt E-Scooter nur für eine Person, was die Zahl der mitfahrenden Verletzten erklärt – 4,7 % waren Mitfahrer.

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In Deutschland ereigneten sich über 50 % der Unfälle bei Zusammenstößen mit Pkw, während 31,4 % der Unfälle Alleinunfälle waren. Es bleibt zu hoffen, dass zukünftige Maßnahmen zur Sicherheit und Aufklärung beitragen, denn die Zahlen sind alarmierend und zeigen, dass sowohl in Österreich als auch in Deutschland dringend Handlungsbedarf besteht.