In der malerischen Region Schwaz wird nicht nur auf die Schönheit der Natur gesetzt, sondern auch auf die Bildung der jungen Generation. Die Projekte „Grenzenlos MINT“ und „Grenzenlos digital“ stehen im Fokus, um Jugendlichen die Berufe im Klima- und Umweltschutz sowie im digitalen Bereich näherzubringen. Diese Initiativen sind Teil einer grenzüberschreitenden Kooperation zwischen Deutschland und Österreich, die im Rahmen der Euregio des Bezirks Schwaz sowie der Landkreise Bad Tölz-Wolfratshausen und Miesbach ins Leben gerufen wurden. Mit einer Teilnehmerzahl von 70 beim letzten Treffen in Bad Tölz wurde deutlich, welch großes Interesse an den vorgestellten Best-Practice-Beispielen besteht.
Die Euregio SBM, ein Zusammenschluss mehrerer europäischer regionaler Gebietskörperschaften, wird von der EU gefördert und hat seit 2020 beeindruckende 2,6 Millionen Euro Interreg-Förderung eingeworben. Zu den bereits umgesetzten Maßnahmen gehören die Verbesserung des öffentlichen Nahverkehrs und Projekte zur Förderung des Verständnisses zwischen Almwirtschaft und Naturschutz. Die Themenbereiche dieser Projekte umfassen „Nachhaltiger Tourismus“, „Umweltschonende Mobilität“ und „Neues Arbeiten“.
Fokus auf MINT-Bildung
Das Projekt „Grenzenlos MINT“ wird vom FabLab Oberland e.V. koordiniert, einem Verein, der in der Region Miesbach aktiv ist und die Bedürfnisse der jüngsten Bürger:innen kennt. Ziel des Vereins ist es, das lokale Bildungsangebot im Bereich MINT (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) zu stärken und zu erweitern. In Zusammenarbeit mit dem Verein „klasse!forschung“ aus Tirol wird praxisnahes Lernen in MINT-Bereichen gefördert. Der Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen sowie die Regionalentwicklung Oberland unterstützen das Projekt in der Kommunikation und Infrastruktur.
Vanessa Färber vom Verein „klasse!forschung“ stellte während des Treffens das Projekt „Grenzenlos MINT“ vor, das bereits über 98.400 Euro in die Hand genommen hat und mehr als 800 Teilnehmer in 47 Kursen und fünf Modulen (Wasseranalyse, Klimalabor, Solarlampen, Bionik, Ressource Holz) verzeichnen kann. Auch das Nachfolgeprojekt „Grenzenlos digital“, geleitet von Sebastian Finkl, richtet sich an Jugendliche ab 15 Jahren und fokussiert sich auf Berufsorientierung in den Bereichen KI und Robotik. Bis zu 30 Schüler können an diesem neuen Projekt teilnehmen, wobei Finkl aktiv Schulen und Unternehmen zur Teilnahme sucht.
Die Rolle der Euregio
Die Euregio SBM ist als grenzüberschreitende Struktur der Landkreise Bad Tölz-Wolfratshausen und Miesbach sowie des Regionalmanagements Bezirk Schwaz in Tirol von entscheidender Bedeutung. Das Projekt wird durch EUREGIO SBM mit EU-Fördermitteln aus dem INTERREG Bayern-Österreich Programm 2021-2027 unterstützt. Dies ermöglicht nicht nur die Finanzierung von Bildungsprojekten, sondern auch die Förderung des Verständnisses zwischen verschiedenen Wirtschaftssektoren und der Wissenschaft.
Ein Beispiel für die erfolgreiche grenzüberschreitende Kooperation ist der Radweg München-Venedig, der mit 55.000 nächtigenden Radfahrern aufwarten kann. Simon Werther von der Hochschule München betonte in seinem Vortrag die Bedeutung von KI und Robotik im Tourismus, wobei er die menschliche Interaktion als unverzichtbar hervorhob. Diese Verbindung von Technik und Menschlichkeit ist zentral für die zukünftige Entwicklung der Region.
Durch die Zusammenarbeit von Bildungseinrichtungen, Unternehmen und regionalen Verwaltungen wird nicht nur die Ausbildungslandschaft in der Euregio bereichert, sondern auch der Technologietransfer und die Innovationskraft gestärkt. Wie das Interreg-Programm zeigt, wird die grenzüberschreitende Zusammenarbeit zwischen deutschen und österreichischen Gemeinden und Institutionen immer wichtiger, um den Herausforderungen der Zukunft gemeinsam zu begegnen.
Für weitere Informationen zu den Projekten und deren Förderung besuchen Sie bitte die Süddeutsche Zeitung oder die Oberland Webseite.