In Zell am Ziller tut sich etwas Spannendes in der Welt der Sozialbetreuung! Ab Herbst 2026 startet dort eine berufsbegleitende Ausbildung zur Fach-Sozialbetreuung Altenarbeit mit Pflegeassistenz. Diese Initiative reagiert auf den zunehmenden Bedarf an qualifizierten Fachkräften im Sozialbereich, der durch den demografischen Wandel bedingt ist. Immer mehr Menschen benötigen Unterstützung im Alter oder bei Behinderungen, und das stellt die Pflegeeinrichtungen vor große Herausforderungen.
Die aktuelle Ausbildungsgruppe wird ihre Ausbildung im Juli 2026 abschließen. An einem Informationsabend am 5. Mai 2026 um 18:30 Uhr in der Gerlosstraße 5, 6280 Zell am Ziller, können Interessierte mehr über die Inhalte, den Ablauf und die beruflichen Perspektiven erfahren. Die Themen werden unter anderem auch Fördermöglichkeiten umfassen, was für viele angehende Fachkräfte von Interesse sein dürfte. Die Ausbildung selbst erstreckt sich über zwei Jahre, wobei die Schultage auf Donnerstag und Freitag fallen, ergänzt durch 2-3 Blockwochen.
Ein Blick auf den demografischen Wandel
Der demografische Wandel ist ein zentrales Thema, das auch den Pflegebereich stark betrifft. In Deutschland stieg die Zahl der Pflegebedürftigen von 2,86 Millionen im Jahr 2015 auf 4,96 Millionen im Jahr 2021 – das sind 42% mehr! Prognosen zeigen, dass diese Zahl bis 2035 auf bis zu 6,3 Millionen ansteigen könnte. Im Jahr 2022 hatten Pflegekräfte durchschnittlich fast 30 Fehltage pro Jahr, was 57% mehr als der Branchendurchschnitt ist. Solche Zahlen machen deutlich, wie dringend neue Fachkräfte benötigt werden.
Ein Blick auf die Altersstruktur zeigt, dass 41% des Gesundheitspersonals 2018 bereits über 50 Jahre alt waren. Das bedeutet, dass die Babyboomer-Generation in den nächsten Jahren in Rente geht und damit eine große Lücke im Pflegebereich hinterlässt. Die Herausforderungen sind vielfältig: Es gilt, eine immer älter werdende Belegschaft zu managen, den Fachkräftemangel zu bewältigen und gleichzeitig die Arbeitsbelastung zu reduzieren.
Eine Lösung für die Region
Das Ziel der neuen Ausbildung ist es, Fachkräfte direkt vor Ort auszubilden und in der Region zu halten. Die Kooperation mit der Wohn- und Pflegeheim Zillertal GmbH wird hierbei eine wichtige Rolle spielen. Die Ausbildung bereitet die Teilnehmer nicht nur auf Tätigkeiten in der Altenarbeit vor, sondern auch auf die Begleitung von Menschen mit Behinderungen. Damit wird ein breites Spektrum an Möglichkeiten eröffnet.
Die Notwendigkeit dieser Ausbildung wird durch die aktuelle Situation im Pflegebereich noch verstärkt. Bis zum Jahr 2049 wird der Bedarf an Pflegekräften in Deutschland voraussichtlich um ein Drittel auf 2,15 Millionen steigen. Das bedeutet, dass es bis dahin zwischen 280.000 und 690.000 fehlende Pflegekräfte geben könnte. Solche Aussichten erfordern dringendes Handeln, und genau hier setzt die Ausbildung in Zell am Ziller an.
Die Region hat die Chance, ein Zentrum für gute Ausbildung im Sozialbereich zu werden. Wer also Interesse hat, sich im Sozialbetreuungsbereich neu zu orientieren oder weiterzubilden, sollte sich den Informationsabend am 5. Mai nicht entgehen lassen. Es wird spannend zu sehen, wie diese Ausbildung den Bedürfnissen der Region gerecht wird und wie sich die Landschaft der Altenarbeit in den kommenden Jahren entwickeln wird.