In Steyr, im idyllischen Stadtteil Unterhimmel, hat ein tragischer Felssturz am 8. Februar 2023 für großes Aufsehen und Trauer gesorgt. Bei Hangsicherungsarbeiten sollte ein großer Felsblock abgetragen werden, als plötzlich rund 3.000 Kubikmeter Gestein sich lösten und zwei Arbeiter unter sich begruben. Es handelte sich um einen 31-jährigen Kärntner, der tragischerweise der Sohn des angeklagten Unternehmers ist, und seinen 64-jährigen Arbeitskollegen. Die Bergung der Verunglückten stellte sich als äußerst schwierig heraus und dauerte mehrere Tage, da akute Absturzgefahr herrschte. Die Folgen des Felssturzes waren enorm: Es kam zu Gebäudeschäden und die Evakuierung mehrerer Häuser war notwendig.

In der Folge wurde ein Prozess gegen den Seniorchef eines Kärntner Sprengunternehmens und einen Geologen am Landesgericht Steyr angestrengt. Der Prozess, der ursprünglich für den 14. Oktober 2026 angesetzt war, wurde nun vertagt, da das Gericht ein weiteres Sachverständigengutachten anfordern will. Die Staatsanwaltschaft erhebt den Vorwurf der fahrlässigen Tötung gegen die beiden Angeklagten, gestützt auf mehrere Gutachten, die ungeeignete Arbeitsmethoden kritisieren. Der Seniorchef ist für die Durchführung der Arbeiten verantwortlich, während dem Geologen vorgeworfen wird, sich nicht ausreichend informiert zu haben. Beide Angeklagten bekannten sich nicht schuldig. Die Verteidigung des Unternehmers beruft sich auf die fachliche Einschätzung des Geologen, während der Geologe die Verantwortung bei den ausführenden Personen sieht.

Die rechtlichen Auseinandersetzungen

Der Prozessverlauf wird von der Frage begleitet, wie es zu dem dramatischen Felssturz kommen konnte. Das neue Gutachten soll insbesondere die Position des Baggers beleuchten. Bei einem möglichen Schuldspruch drohen den Angeklagten Freiheitsstrafen von bis zu zwei Jahren. Zudem wurde ein Antrag auf Verhängung einer Verbandsgeldbuße eingebracht, was die rechtlichen Konsequenzen weiter erschwert.

Die Tragödie hat nicht nur rechtliche, sondern auch menschliche Dimensionen. Die Schicksale der Verunglückten und ihrer Angehörigen werfen Fragen auf. Wie sicher sind solche Arbeiten in den Bergen und was kann getan werden, um ähnliche Unfälle in Zukunft zu vermeiden?

Sicherheitsstandards in der Bauindustrie

Die Diskussion über die Sicherheitsstandards bei Hangsicherungsarbeiten gewinnt in diesem Kontext an Bedeutung. Die Anwendung der DGUV Informationen zur Auswahl und Benutzung von persönlichen Absturzschutzsystemen ist hier von zentraler Relevanz. Diese Informationen zeigen die Anforderungen an den Absturzschutz bei derartigen Arbeiten auf und verdeutlichen die Gefahren im Bereich von Verkehrswegen und Arbeitsplätzen. Unterschiedliche Neigungen im Gelände erfordern den Einsatz von PSA gegen Absturz und seilunterstützten Zugangs- und Positionierungsverfahren.

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Auch die Planung und Durchführung von Rettungsmaßnahmen kann sich als herausfordernd erweisen, insbesondere in unwegsamem Gelände. Diese Aspekte sind für die Sicherheit von Arbeitern unerlässlich, und die Tragödie in Steyr könnte als Weckruf für die Branche dienen. Es bleibt zu hoffen, dass die Ergebnisse des neuen Gutachtens nicht nur rechtliche Klarheiten schaffen, sondern auch dazu beitragen, dass solche Unfälle in Zukunft vermieden werden können.

Für weitere Informationen über die rechtlichen und sicherheitstechnischen Rahmenbedingungen, die bei solchen Arbeiten zu beachten sind, können Sie die detaillierten Informationen auf ORF OÖ und DGUV einsehen.