Ein 25-jähriger Mann hat am Samstag, 24. Oktober 2026, in St. Leonhard bei Freistadt Anzeige wegen eines mutmaßlichen Betrugs erstattet. Gegen 16:15 Uhr war er auf der L 1472, der Gutauer Straße, von zwei Männern in einem Pkw mit polnischem Kennzeichen zum Anhalten bewegt worden.

Laut Anzeige gaben die beiden Männer eine Notlage vor und baten um Geld zum Tanken. Der 25-Jährige übergab ihnen 400 Euro in bar. Kaum hatten sie das Geld, fuhren die beiden in unbekannte Richtung davon. Ein schneller Abschied, aber ein ordentlicher Schaden.

Polizei kontrollierte zwei Männer auf der B 38

Noch am selben Nachmittag hielt eine Streife der Polizeiinspektion Freistadt auf der B 38 zwei rumänische Männer an und kontrollierte sie. Laut Polizei waren die beiden Beschuldigten auch im Bezirk Urfahr-Umgebung mit derselben Betrugsmasche aufgetreten. Der aktuelle Fall reicht damit auch in den Raum Urfahr hinein.

Der Vorfall erinnert an eine Betrugsform, vor der die Polizei in Deutschland derzeit als „Autobahn-Gold“ warnt. Auf Autobahnen, Rast- und Parkplätzen sowie in vielen Urlaubsländern sprechen Täter Reisende gezielt an und erzählen von einer scheinbar dringenden Notlage: Der Tank sei leer, eine Kreditkarte funktioniere nicht oder das Auto habe eine Panne.

Gold als Pfand, Modeschmuck als Wahrheit

Häufig bieten die Unbekannten als Gegenleistung für finanzielle Hilfe vermeintlich wertvollen Goldschmuck als Pfand an. Der Schmuck funkelt zwar, stellt sich später aber meist als billiger und wertloser Modeschmuck heraus. Die Masche wirkt gerade deshalb: seriöses Auftreten, eine glaubwürdig erzählte Geschichte und ein glänzendes Pfandstück.

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In früheren Fällen wurden laut „Tagesschau“ sogar teilweise weinende Kinder eingesetzt, um die Notlage glaubwürdiger erscheinen zu lassen. Je nach Vorgehensweise winken die Täter Autofahrer nahe einer Raststätte zu sich oder bitten um eine Mitfahrgelegenheit zur angeblich nächsten Tankstelle oder Bank.

Während der Fahrt können sie sich einen Überblick über das Fahrzeuginnere verschaffen und gegebenenfalls Wertgegenstände stehlen. Auf langen Fahrten oder im Urlaub reagieren viele Menschen spontan hilfsbereit – und bemerken erst später, dass sie hereingelegt wurden.

Polizei rät zu Abstand und professioneller Hilfe

Die Betrugsform tritt laut Polizei besonders in touristischen Regionen und an stark befahrenen Straßen auf. Wer auf der Autobahn Schmuck angeboten bekommt oder wegen einer dramatischen Notlage angesprochen wird, sollte umgehend die Polizei informieren.

Autofahrer sollten niemals Bargeld gegen Schmuck oder andere Pfandstücke tauschen. Auch bei seriös wirkenden Hilfesuchenden ist Vorsicht angebracht. Fremde Personen sollten nicht ins eigene Auto einsteigen – besser ist es, die Polizei oder einen Pannendienst zu verständigen. Für Reisende gilt daher: Im Zweifel keine direkte Hilfe leisten, sondern professionelle Unterstützung organisieren.