Tennis auf der Kippe: Velden verliert seine Halle, Sportler kämpfen um die Zukunft
Die Tennishalle in Velden am Wörthersee wird am 1. Oktober 2026 schließen. Das hat die langjährige Pächterin, Petra Dernoschnig, im April erfahren, als sie die Kündigung des Pachtvertrags von der Marktgemeinde Velden erhielt. Nach 25 Jahren Betrieb wird die Halle, die vielen Sportlern als Trainingsstätte diente, nun ein „Lost place“ werden. Die Entscheidung ist nicht leicht gefallen, doch die Halle und die Außenplätze werden für die International School Carinthia (ISC) benötigt. Ein klarer Schritt, um der Schule zu helfen, die zuletzt hohe Schülerzahlen verzeichnet hat.
Im vergangenen Schuljahr musste die ISC sogar Schüler abweisen – ein deutliches Zeichen, dass eine Lösung für die Kapazitätsprobleme dringend gesucht wird. Die Marktgemeinde plant zwar eine neue Tennishalle in der Nähe der Waldarena, aber die finanziellen Mittel dafür fehlen noch. Amtsleiterin Daniela Hofer erklärte, dass die Kündigung auch auf den baulichen Zustand der Halle und die damit verbundenen wirtschaftlichen Risiken zurückzuführen sei. Es gab Überlegungen zu einer befristeten Weiternutzung der Tennisanlage, doch eine Einigung konnte bis jetzt nicht erzielt werden.
Sportler setzen sich für eine Übergangslösung ein
Die Schließung der Tennishalle hat eine Welle der Bestürzung unter den Sportlern ausgelöst. Der Tennisverein TC Raiba hat sich aufgrund der Kündigung aufgelöst, was für viele ein herber Verlust ist. Um die Sache nicht kampflos hinzunehmen, haben Sportler eine Petition mit über 351 Unterschriften eingereicht, um eine Übergangslösung zu erwirken. Es bleibt abzuwarten, ob diese Bemühungen von Erfolg gekrönt sein werden.
Die Situation wirft auch einen Schatten auf die Entwicklung des Tennissports in der Region. Tennisvereine stehen nicht nur hierzulande, sondern auch in anderen Teilen Europas, vor Herausforderungen. Der Klimawandel bringt längere Trockenperioden und extreme Wetterereignisse mit sich, was den Erhalt von Tennisplätzen erschwert. Es gibt einen klaren Trend zu ganzjährig nutzbaren Anlagen und ressourcenschonenden Lösungen. Ein Beispiel aus Bayern zeigt, wie innovative Technologien und Platzbeläge helfen können, die Attraktivität von Tennisvereinen zu steigern und gleichzeitig die Kosten langfristig zu senken.
Ein Blick in die Zukunft
Die ISC in Velden scheint auf einem guten Weg zu sein, denn in diesem Jahr soll eine Absichtserklärung zur Erweiterung unterzeichnet werden. Die große Frage bleibt, wie das alles finanziert werden kann. Der Verkaufserlös des Grundstücks, auf dem die Tennishalle steht, wird als „Familiensilber“ der Gemeinde betrachtet. Es bleibt spannend zu beobachten, wie sich die Pläne um die neue Tennishalle entwickeln und ob die Sportler in der Region bald wieder ihrem geliebten Tennis nachgehen können.
Eine durchdachte Sanierung der Tennisplätze könnte auch hier ein Lichtblick sein. Wenn die Vereine sich frühzeitig mit Platzsanierungen auseinandersetzen und innovative Lösungen in Betracht ziehen, könnte das nicht nur die Attraktivität steigern, sondern auch die Weichen für die Zukunft stellen. Ob die Gemeinde bereit ist, diese Chance zu ergreifen, bleibt abzuwarten. Der Wörthersee und seine Umgebung sind nun einmal nicht nur für ihre Schönheit bekannt, sondern auch für den Sport, der hier gelebt wird.
