In Vöcklamarkt hat Jonathan Grünbacher seine Lehrabschlussprüfungen am Werkschulheim Felbertal in Ebenau erfolgreich abgeschlossen. Sein Gesellenstück blieb dabei besonders im Gedächtnis: der „Sand Art Table“.

Auf dem Tisch zeichnet eine automatisch gesteuerte Kugel präzise Muster in eine feine Sandschicht. Über ein Touchdisplay lassen sich Motive auswählen, verändern und wiederholen. Ein Antriebssystem sorgt für die exakten Bewegungen der Kugel. Die wechselnden Sandbilder geben dem Möbelstück eine eigene optische Wirkung und schaffen laut Beschreibung eine beruhigende Atmosphäre.

Technik, die sichtbar wird

Grünbacher entwickelte den Tisch als Mechatroniker. Damit verbindet das Projekt Mechanik, Elektronik und Steuerung auf eine Weise, die man nicht nur am Bildschirm sieht, sondern direkt vor sich beobachten kann: Die Kugel zieht ihre Linien, der Sand verändert sich, und aus einzelnen Bewegungen entsteht ein Muster.

Am Werkschulheim Felbertal traten insgesamt 32 Schülerinnen und Schüler zu Prüfungen in Mechatronik, Maschinenbautechnik und Tischlereitechnik an. Der Abschluss in der 8. Klasse ist projektorientiert angelegt. Die Jugendlichen planen, konstruieren und fertigen ihr Gesellenstück, präsentieren das Werkstück und stellen sich Prüfungen in Fachkunde sowie Betriebswirtschaftslehre vor einer Prüfungskommission. Danach folgt die Lehrabschlussprüfung beziehungsweise Gesellenprüfung vor Prüfern der Wirtschaftskammer.

Vom Gewindeschneiden bis zur Fünf-Achs-CNC

Der Ausbildungsschwerpunkt liegt auf technischen Lösungen für den Maschinen- und Anlagenbau. Abteilungsleiter ist Florian Geretschläger. Der Beruf des Maschinenbautechnikers verlangt handwerkliche Fähigkeiten, technisches Wissen und betriebswirtschaftliche Kenntnisse. Maschinenbautechniker arbeiten dabei zwischen Facharbeitern und Ingenieuren.

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Im ersten Ausbildungsjahr stehen Sägen, Bohren, Drehen, Fräsen und Gewindeschneiden auf dem Programm. Dazu kommen Grundlagen der Elektrotechnik und Konstruktionslehre mit einem professionellen 3D-CAD-Programm. Im zweiten Ausbildungsjahr geht es im Stahlbau um das Umformen von Stahl und Nichteisenmetallen sowie um Fügeverbindungen durch MIG/MAG-Schweißen, WIG-Schweißen, Lichtbogenhandschweißen und Löten. Werkstoffe werden außerdem mit Plasma- und autogenem Brennschneiden getrennt.

In einem weiteren Ausbildungsjahr werden Werkstücke auf computergesteuerten Maschinen gefertigt. CNC-Technik ermöglicht komplexe Bauteile mit bis zu fünf Achsen; die Programme entstehen mit CAM-Software und werden am PC simuliert. Steuerungs- und Regelungstechnik wird mithilfe von Hydraulik- und Pneumatik-Trainern vermittelt. Auch der Bau eines Stirlingmotors gehört dazu. Genaues, selbstständiges und lösungsorientiertes Arbeiten ist dabei gefragt – gerade dann, wenn ein Projekt nicht beim ersten Versuch so läuft, wie man es geplant hat.

Weitere Wege zum Lehrabschluss

Auch außerhalb einer klassischen Ausbildung gibt es Angebote, die auf einen Lehrabschluss im jeweiligen Fachbereich vorbereiten. Das BPI der ÖJAB setzt dafür auf moderne Werkstattlabore und erfahrene Trainer:innen, die praktische und theoretische Kenntnisse vermitteln. Abhängig von beruflicher Vorerfahrung und schulischen Abschlüssen werden individuell passende Kurse angeboten.

Zur Auswahl stehen ein Vorbereitungslehrgang als Tageskurs und ein berufsbegleitender Lehrgang in verschiedenen Modulen. Der berufsbegleitende Lehrgang dauert drei bis sechs Monate, der Vorbereitungslehrgang sechs bis acht Monate. Als Vertiefungen gibt es unter anderem Fertigungstechnik mit additiven Fertigungsverfahren, insbesondere 3D-Druck, sowie Automatisierungstechnik mit SPS, also speicherprogrammierbaren Steuerungen.

Während der Kurszeit steht sozialpädagogische Betreuung für teilnehmer:innenbezogene Fragen und Unterstützung zur Verfügung. Interessierte können ein persönliches Beratungsgespräch vereinbaren; eine Voranmeldung ist erforderlich. Zum Termin sollen persönliche Dokumente sowie schulische und berufliche Zeugnisse oder Abschlüsse mitgebracht werden. Die Kurse werden auf Grundlage von Kostenvoranschlägen berechnet, Förderungen sind möglich.