Am 17. Mai 2026 fand in Reinsberg ein ganz besonderes Ereignis statt, das die Herzen der Zuschauer höher schlagen ließ. Die Volkstanzgruppe Konradsheim trat bei „Auftanzt und Aufgspüt“ auf und konnte dabei die Jury nicht nur überzeugen, sondern wurde mit dem Titel „Gold mit Auszeichnung“ belohnt. Das war der erste Wettbewerb in der Kategorie Gold seit 16 Jahren! Die Idee, an diesem Wettbewerb teilzunehmen, entstand während eines Tanzleiterseminars im November. Ein toller Anstoß, um die Freude am Volkstanz neu zu entfachen.
Die Vorbereitungen waren intensiv. Insgesamt wurden 20 Proben abgehalten, in denen die Tänzerinnen und Tänzer ihre Pflichttänze und eine eigene choreografische Bearbeitung für einen zehnminütigen Auftritt einstudierten. Wenn man bedenkt, dass die Mädchen schon ab 5 Uhr morgens für ihren Auftritt frisiert wurden, kann man sich gut vorstellen, wie viel Herzblut in diesem Projekt steckte!
Der Auftritt und die Musik
Das Auftrittsprogramm war ein echtes Highlight, das die Geschichte der Volkstanzgruppe seit 1947 erzählte. Zu Beginn wurde ein Boarischer getanzt, gefolgt von der „Krebspolka“ und dem „Rosen- und Eiswalzer“. Besonders spannend: Tobias Hofmarcher, einer der Musiker, hatte sogar einen Teil der begleitenden Walzermusik selbst komponiert. Das Ensemble setzte sich aus talentierten Musikern zusammen, mit Tobias auf der Steirischen Harmonika, Johanna Fluch an der Gitarre, Sophie Henninger mit der Bassklarinette und den beiden Gesangstalenten Carolina Hönickl und Jakob Zöttl. Ein Genuss für die Ohren!
Das große Highlight war ohne Frage der „Untersteirer“, der mit fünf Burschen und zwei Mädchen aufgeführt wurde. Kerstin Hofmarcher und Thomas Haselsteiner erzählten während des Auftritts Episoden aus der Vereinsgeschichte, was dem Ganzen eine persönliche Note verlieh. Der Pflichttanz, der „St. Bernhards Walzer“, rundete das Programm ab. Bei der Preisverleihung um 17:00 Uhr war die Freude groß, als die Gruppe die Auszeichnung entgegennahm. Es traten insgesamt zwei Gruppen in Gold, vier in Silber und zwei in Bronze an. Die Konkurrenz war also nicht ohne, aber die VTG Konradsheim konnte sich eindrucksvoll abheben!
Die Schuhplattlergruppe
Auch die Schuhplattlergruppe Konradsheim war vertreten und trat mit dem „Tachauer“ und dem „Trompetenecho“ auf. Sie erreichten den zweiten Platz mit Auszeichnung. Es ist einfach schön zu sehen, wie der Volkstanz und die Traditionen in der Region lebendig gehalten werden. Solche Leistungen sind nicht nur ein Zeichen für das harte Training, sondern auch für die Gemeinschaft und das Engagement, das in diese Kunstform fließt.
Zukunftsausblick
Ein weiterer kultureller Höhepunkt steht auch schon bevor: Am 1. Jänner 2025 wird im Schlosscenter Waidhofen das Neujahrskonzert stattfinden. Unter der Leitung von Christoph Hirtenlehner und Johannes Wagner wird ein abwechslungsreiches Programm präsentiert, das klassische Operettenmusik, Blasorchesterliteratur und sogar lateinamerikanische Klänge umfasst. Mit dabei ist auch der Solist Nikolaus Wagner, der das „Concerto in C for Piano“ von Leroy Anderson spielt. Man darf gespannt sein, wie das Publikum auf diese musikalischen Leckerbissen reagiert!
Das Engagement für die Volkstanzkultur in Österreich ist von großer Bedeutung. Die BAG Österreichischer Volkstanz hat kürzlich ein umfassendes Werk zur Kulturgeschichte des Volkstanzes veröffentlicht, das die Entstehung und Entwicklung dieser Kunstform beleuchtet. Eine tiefgehende Analyse, die nicht nur für Tänzer und Musiker, sondern auch für das Publikum von Interesse ist, da sie die Wurzeln und die Evolution des Volkstanzes in Österreich und Südtirol darstellt. Solche Publikationen helfen, das Verständnis für die gegenwärtige Volkstanzkultur zu vertiefen.
Insgesamt zeigt sich, dass bei der Volkstanzgruppe und der Schuhplattlergruppe Konradsheim nicht nur Traditionen bewahrt, sondern auch lebendig gemacht werden. Durch den Einsatz und die Leidenschaft der Mitglieder wird die Kultur weitergetragen und bleibt ein wichtiges Stück Identität – hier in Waidhofen an der Ybbs und darüber hinaus.
