Die Stadtwerke Bregenz GmbH haben eine weitreichende Entscheidung getroffen: Die Belieferung mit Erdgas und Biogas wird zum 30. September 2026 eingestellt. Diese Maßnahme betrifft rund 4.300 Objekte, die bisher von den Stadtwerken mit Gas versorgt wurden. Bürgermeister Michael Ritsch hebt hervor, dass die Stadtwerke als Netzbetreiberin weiterhin in Bregenz, Lochau und Hörbranz aktiv bleiben werden. Die Entscheidung zur Einstellung der Gaslieferungen basiert auf den gestiegenen Anforderungen im liberalisierten Energiemarkt. Geschäftsführer Wolfgang Winkler betont, dass dieser Schritt zwar schwergefallen sei, jedoch aufgrund der Rahmenbedingungen notwendig wurde.
Die Stadtwerke Bregenz konzentrieren sich künftig auf ihre Rolle als Gasnetzbetreiberin und planen, weiterhin in die Infrastruktur zu investieren, insbesondere in erneuerbare Gase und Wasserstoff. Diese Investitionen sind Teil der Strategie, aktiv zur Dekarbonisierung der Energieversorgung beizutragen. Betroffene Kund:innen werden Ende April ein Kündigungsschreiben erhalten, das sie über den Anbieterwechsel informiert. Wenn bis zum Stichtag kein neuer Liefervertrag abgeschlossen wird, wird die Regulierungsbehörde E-Control Austria einen neuen Versorger zuweisen. Der Kundenservice der Stadtwerke ist unter +43 5574 74100 0 erreichbar und bietet Hilfe auf der Website www.stadtwerke-bregenz.at an.
Weitere Dienstleistungen und aktuelle Entwicklungen
Die Entscheidung zur Einstellung der Gaslieferungen hat keine Auswirkungen auf andere Dienstleistungen der Stadtwerke. Trinkwasserversorgung, der Seebadbetrieb, der Stadtbus und das Parkhaus bleiben unberührt. Aktuell sind Bauarbeiten an verschiedenen Projekten im Gange, darunter die Nahwärmeversorgung in Weidach, die auf nachhaltige Wärme abzielt. Zudem gibt es Einschränkungen bei den Stadtbuslinien 101 und 103, die aufgrund von Bauarbeiten derzeit bestimmte Haltestellen nicht anfahren können. Diese Maßnahmen sind Teil eines größeren Projekts zur Verkehrsberuhigung in der Nähe von Kindergärten und Schulen, das bis Ende April 2026 andauern wird.
In Anbetracht der aktuellen Entwicklungen auf dem Energiemarkt bleibt die Frage der Erdgaspreise von Interesse. Trotz der internationalen Marktentwicklungen bleiben die Preise stabil, während steigende Großhandelspreise aufgrund von Entwicklungen im Nahen Osten erwartet werden. Dies zeigt die Unsicherheit und die Volatilität, die den Energiemarkt prägen. Österreichs Industrie, die stark auf eine zuverlässige Energieversorgung angewiesen ist, wird weiterhin vor Herausforderungen stehen, da über 40 % des verbrauchten Gases in den produzierenden Bereich fließen.
Der Weg zur nachhaltigen Energiezukunft
Die Umstellung auf erneuerbare Energien, wie Wasser-, Sonnen- und Windkraft, erfordert eine sorgfältige Planung und Umsetzung, da die Verfügbarkeit von erneuerbarem Strom je nach Wetterlage und Jahreszeit schwankt. Die Forschung zielt darauf ab, fossile Energieträger durch Grünen Wasserstoff abzulösen. Dieser ist besonders wichtig für energieintensive Industrien wie die Eisen- und Stahlindustrie, die große Mengen Energie für Hochöfen benötigt. Die Stadtwerke Bregenz stehen somit vor der Herausforderung, ihre Dienstleistungen zu optimieren und gleichzeitig den Übergang zu einer nachhaltigeren Energieversorgung zu gestalten.
In diesem Kontext ist es entscheidend, dass die Stadtwerke Bregenz ihren Fokus auf die Entwicklung und Integration erneuerbarer Energien legen, um den Anforderungen der Zukunft gerecht zu werden und gleichzeitig die Versorgungssicherheit für ihre Kund:innen zu gewährleisten. Der Weg zur Dekarbonisierung wird nicht nur von den Stadtwerken, sondern von der gesamten Gesellschaft ein umfassendes Engagement erfordern.