Am 19. Juli 2026 wurde Ursula Krinzinger mit der Hugo-von-Montfort-Medaille ausgezeichnet, und das im feierlichen Rahmen der Eröffnung der Sommerausstellung „Die Galeristin Ursula Krinzinger und Bregenz“ im Palais Thurn und Taxis. Es war ein ehrwürdiger Moment, in dem Bürgermeister Michael Ritsch und Kulturstadtrat Reinhold Einwallner die Medaille überreichten. Diese Auszeichnung, die höchste kulturelle Ehrung der Landeshauptstadt Bregenz, würdigt nicht nur ihr außergewöhnliches Lebenswerk, sondern auch ihre tiefen Verdienste um die Kunst und ihre unerschütterliche Verbundenheit mit der Stadt.

Ursula Krinzinger, eine der bedeutendsten Galeristinnen der internationalen Gegenwartskunst, hat mit ihrer Arbeit Bregenz zu einem Ort gemacht, der weit über die Grenzen Vorarlbergs hinausstrahlt. Ihre Karriere begann 1971 mit der Eröffnung ihrer ersten Galerie in Bregenz, und von da an nahm das Schicksal seinen Lauf. Es ist beeindruckend, wie sie Künstler:innen oft vor deren internationaler Anerkennung erkannte und förderte – eine wahre Visionärin, die die österreichische und internationale Kunstszene nachhaltig prägte. Ihr Engagement hat Bregenz zum Ausgangspunkt eines weltweiten Netzwerks von Künstler:innen, Museen und Institutionen gemacht.

Ein Leben für die Kunst

Ursula Krinzinger wurde als Ursula Humpeler in Bregenz geboren und hat sich über die Jahre nicht nur in der Kunstszene, sondern auch als bedeutende Netzwerkerin einen Namen gemacht. Sie studierte Dolmetschen, Kunstgeschichte und Archäologie in Innsbruck, Wien, Paris und London und promovierte 1965 an der Universität Innsbruck. Ihre Dissertation über den Vorarlberger Maler Franz Xaver Bobleter (1800–1869) war der erste Schritt in eine Karriere, die sie zu den großen Namen der zeitgenössischen Kunstführte.

Im Laufe der Jahre präsentierte sie in ihrer Galerie eine Vielzahl von Künstler:innen, darunter Größen wie Maria Lassnig, Bruno Gironcoli und Arnulf Rainer. Die Galerie Krinzinger hat sich nicht nur als Plattform für nationale, sondern auch für internationale Kunst etabliert. Mit mehr als 600 realisierten Einzel- und Gruppenausstellungen hat sie einen bedeutenden Beitrag zur Kunstszene geleistet. Besonders hervorzuheben sind Gruppenausstellungen wie „Zur Situation und Kreativität der Frau“ und „Neue Strategien NYC I“, die nicht nur Kunstschaffende, sondern auch das Publikum herausforderten und zum Nachdenken anregten.

Ein Netzwerk der Kreativität

Die Galerie Krinzinger, die mittlerweile auch ein experimentelles Ausstellungshaus namens „Krinzinger Projekte“ beherbergt, ist ein Ort, wo nationale und internationale körperbezogene Kunst, Aktion, Performance, Skulptur und Malerei im Fokus stehen. Ihre aktive Beteiligung an bedeutenden internationalen Kunstmessen in Städten wie Basel, London und New York zeigt, dass sie nicht nur eine Galeristin, sondern auch eine leidenschaftliche Förderin von Kunst und Künstler:innen ist.

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Darüber hinaus organisiert sie seit 2002 die Krinzinger Residencies, die Künstler:innen Ateliers in Wien, Kroatien, Ungarn und Sri Lanka bieten. Das „Krinzinger Lesehaus“ im Weinviertel ist eine Sammlung von Kunstzeitschriften und dient als Präsenzbibliothek, die den Austausch und die Entwicklung neuer Künstler:innen fördert. Ursula Krinzinger ist verheiratet mit dem Archäologen Friedrich Krinzinger und hat zwei Kinder, Angelika und Thomas Krinzinger. Ihr Lebenswerk ist nicht nur eine persönliche Erfolgsgeschichte, sondern ein Geschenk an die Kunstwelt.

Für weitere Informationen zu Ursula Krinzinger und ihren Projekten können Sie auch hier nachlesen.

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