Das Jahr 2024 könnte für Österreich ein „Rekordpleitenjahr“ werden, wie die Insolvenzstatistik des Alpenländischen Kreditorenverbandes (AKV) zeigt. In den ersten neun Monaten wurden bereits mehr Firmeninsolvenzen eröffnet als in den Gesamtjahren 2018 und 2019. Die anhaltende Konjunkturflaute und die damit verbundene Konsum- und Investitionszurückhaltung haben Gewerbe, Handel, Bau- und Immobilienbranche vor enorme Herausforderungen gestellt.
Besonders besorgniserregend ist, dass die meisten Insolvenzen nicht auf Initiative der schuldnerischen Unternehmen, sondern auf Gläubigeranträge zurückzuführen sind. Dies verdeutlicht die wirtschaftliche Anspannung und die steigende Zahl von Unternehmenspleiten.
Die Insolvenzen haben in allen Bundesländern zugenommen, wobei Vorarlberg, Burgenland und Kärnten die höchsten Steigerungsraten verzeichnen. Wien bleibt der Hotspot der Insolvenzen, während die Gesamtverbindlichkeiten auf einen historischen Höchststand von 14,3 Milliarden Euro angestiegen sind.
Mit vier Verfahren von über einer Milliarde Euro, darunter die Signa-Gruppe und die Fisker GmbH, haben Großinsolvenzen in diesem Jahr ebenfalls zugenommen. Die Anzahl der gefährdeten Arbeitsplätze ist leicht gesunken, doch die Prognosen für das letzte Quartal deuten darauf hin, dass die Firmeninsolvenzen die 4.000er-Marke überschreiten werden.
Österreich befindet sich somit in einer wirtschaftlich herausfordernden Zeit, die zu einem Anstieg von Insolvenzen und gefährdeten Arbeitsplätzen führt. Die kommenden Monate werden zeigen, ob sich die wirtschaftliche Lage stabilisieren kann, oder ob die Insolvenzen weiter zunehmen werden.
Quelle: www.akv.at