In der Oststeiermark ist die Lehrausbildung ein fest verwurzelter Bestandteil der Gesellschaft. Hier in Weiz, wo der Duft von frisch gebackenem Brot aus den umliegenden Bäckereien strömt, haben viele junge Menschen die Möglichkeit, in handwerklich-industriellen Berufen Fuß zu fassen. Doch die Zahlen sind alarmierend: 2025 gab es einen spürbaren Rückgang an Lehrlingen. Das zeigen die aktuellen Statistiken der Wirtschaftskammer, die 1.410 Lehrlinge in Weiz und 1.146 in Hartberg-Fürstenfeld verzeichnen. Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Rückgang um 49 Lehrlinge in Weiz und 20 in Hartberg-Fürstenfeld, während auch die Zahl der Ausbildungsbetriebe gesunken ist. Das ist ein Thema, das nicht nur die Wirtschaft, sondern auch die Lebensqualität vor Ort betrifft.

Im Gespräch mit Simone Pfeiffer von der Wirtschaftskammer Hartberg-Fürstenfeld und Andreas Schlemmer von der Wirtschaftskammer Weiz wird die Bedeutung der Fachkräfteausbildung deutlich. Schlemmer hebt hervor, dass gerade in wirtschaftlich geprägten Regionen wie dieser die Ausbildung von Fachkräften unerlässlich ist. Aus diesem Grund wurde die Initiative „meinjob Oststeiermark“ ins Leben gerufen. Ziel dieser Initiative ist es, Ausbildungsplätze und Jobs in der Region sichtbar zu machen. Eine Website, die alle relevanten Informationen bündelt, soll helfen, Pendler zurückzuholen und das lokale Vereinsleben zu stärken.

Initiativen zur Stärkung der Ausbildung

Die Website der Initiative bietet eine Übersicht über Lehrstellen, Schnupper- und Praktikumsmöglichkeiten. Es ist eine Art Leuchtturm, der den jungen Leuten zeigt, dass es hier vor Ort zahlreiche Chancen gibt. Wer mehr Informationen möchte, kann die Initiative direkt über die Website www.meinjob-oststeiermark.at oder per E-Mail unter office@meinjob-oststeiermark.at erreichen. Auch telefonisch kann man Unterstützung holen unter 0316/601-9300. Die Initiative wird von regionalen Unternehmen wie Gasthaus Strobl und Magna Heavy Stamping unterstützt, was die Vernetzung zwischen Wirtschaft und Ausbildung fördert.

Doch nicht nur in der Oststeiermark gibt es Herausforderungen. Auch in ganz Österreich zeigen die Statistiken, dass der Ausbildungsmarkt unter Druck steht. Die Bundesregierung hat im Oktober 2022 eine neue Fachkräftestrategie vorgestellt, die Maßnahmen zur Stärkung der Fachkräftegewinnung umfasst. Dabei wird ein besonderes Augenmerk auf die Modernisierung der Ausbildung gelegt. Ausbildungsordnungen sollen regelmäßig überprüft und an die Anforderungen der modernen Arbeitswelt angepasst werden. Es ist klar, dass die Digitalisierung und die ökologische Transformation nicht nur Schlagworte sind, sondern tatsächlich in die Ausbildung integriert werden müssen, um die Jugendlichen auf die Zukunft vorzubereiten.

Wirtschaftliche Unsicherheiten und ihre Folgen

Die Herausforderungen sind vielfältig. In Dortmund beispielsweise zeigt die Bilanz des Ausbildungsjahres 2024/2025, dass trotz eines Bewerberplus die wirtschaftliche Unsicherheit viele Betriebe ausbremst. Investitionen in die Ausbildung werden zurückgestellt, und die Passungsprobleme zwischen Angebot und Nachfrage nehmen zu. 263 Lehrstellen waren dort unbesetzt, was zeigt, dass das Problem nicht nur in der Oststeiermark, sondern auch in anderen Regionen spürbar ist. Die IHK-Region verzeichnet einen Rückgang der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge von 6,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Das macht deutlich, wie wichtig es ist, die Ausbildung nicht nur zu fördern, sondern auch attraktiv zu gestalten.

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Insgesamt bleibt die Situation angespannt. Der Wunsch nach einer dualen Berufsausbildung ist ungebrochen, aber die Rahmenbedingungen müssen sich ändern. Gerade in Zeiten, in denen die Wirtschaft schwächelt, ist es entscheidend, dass sowohl Unternehmen als auch die Politik an einem Strang ziehen. Der Dialog zwischen Ausbildungsstätten und Unternehmen, wie er in der Oststeiermark gefördert wird, ist unerlässlich, um die künftigen Fachkräfte nicht nur auszubilden, sondern auch zu halten.