Verkehrschaos in Wels? ÖVP fordert Lösungen während der Westspange-Sanierung!
Die Westspange in Wels steht seit dem 15. September 2026 für rund zehn Monate still. Grund dafür ist eine umfassende Generalsanierung, die von der Asfinag durchgeführt wird. Die Welser ÖVP hat sich jedoch entschieden, nicht tatenlos zuzusehen. Sie plant einen Dringlichkeitsantrag im Gemeinderat, um die Verkehrsverhältnisse während dieser Zeit zu verbessern. Es ist klar, dass viele Bürger die Konsequenzen der Sperre fürchten. Vor allem die Angst vor einem Verkehrschaos im Stadtgebiet ist groß. Stadtrat Martin Oberndorfer (ÖVP) äußert Bedenken, dass Wels im Durchzugsverkehr ersticken könnte, was nicht nur die Lebensqualität, sondern auch die Sicherheit der Bevölkerung gefährdet.
In der kommenden Gemeinderatssitzung am 21. September 2026 wird der Antrag eingebracht, der die Asfinag auffordert, zu prüfen, ob eine Totalsperre einer Fahrtrichtung vermieden werden kann. Das Ziel ist es, die Bauarbeiten so zu gestalten, dass der Verkehr, zumindest teilweise, weiterhin fließen kann. Die von der ÖVP vorgeschlagene Umleitung über die A25 und A1 wird als unzureichend angesehen. Man erwartet eine Verlagerung des Durchzugsverkehrs ins Stadtgebiet, insbesondere auf die Osttangente. Das ist natürlich ein großes Problem, zumal ab April 2027 mit rund 400.000 zusätzlichen Besuchern in Wels aufgrund der Landesgartenschau gerechnet wird. Da könnte es schnell eng werden!
Bedenken und Forderungen
Oberndorfer verweist auf andere ASFINAG-Projekte, bei denen Generalsanierungen ohne eine Totalsperre durchgeführt wurden. Er nennt Beispiele wie den Pfändertunnel und den Plabutschtunnel, wo der Gegenverkehr während der Sanierungsarbeiten möglich war. „Warum sollte das hier nicht auch gehen?“, fragt er. Christoph Pollinger von der Asfinag hat daraufhin erklärt, dass bereits umfangreiche nicht verkehrsbehindernde Arbeiten vorgezogen wurden. Eine weitere Beschleunigung sei jedoch nicht möglich, da im Zwei-Schicht-Betrieb von 6 bis 22 Uhr gearbeitet wird. Das klingt ja alles sehr plausibel, aber trotzdem bleibt die Frage, ob es nicht auch hier Alternativen gibt.
Die Asfinag führt eine Risikoanalyse durch und erklärt, dass Gegenverkehr in einer Röhre nicht genehmigungsfähig ist. Ein Grund dafür sei das Fehlen einer Mittelspannungsanlage für die Lüftungsanlage. Die ÖVP fordert eine transparente Prüfung dieser Alternativen. Sie möchte die Notwendigkeit einer monatelangen Sperre in Frage stellen und die Sperrdauer, falls eine Totalsperre notwendig ist, auf das absolut nötige Maß reduzieren.
Verkehrsplanung und weitere Entwicklungen
In einem breiteren Kontext ist zu beachten, dass die Verkehrsplanung in Österreich generell darauf abzielt, 80 Prozent der Wege mit öffentlichen Verkehrsmitteln, Rad oder zu Fuß zurückzulegen. Ein Beispiel dafür ist das E-Moped-Verbot auf Radwegen, das am 1. Oktober 2026 in Kraft tritt, um die Sicherheit auf Radwegen zu erhöhen. Auch die Radwegoffensive, die Lücken in drei Bezirken schließen soll, zeigt, dass hier viel Bewegung im Verkehrssystem ist.
Ein weiteres Zeichen der fortschreitenden Entwicklung ist die verlängerte Linie 18, die seit dem 5. September 2026 in Betrieb ist und die U6-Station Burggasse-Stadthalle direkt mit der U2-Station Stadion verbindet. Die Stadt Wels hat also auch im Bereich der Verkehrsplanung einiges zu bieten. Doch in der aktuellen Situation mit der Westspange ist der Handlungsbedarf enorm. Die kommenden Monate werden zeigen, wie die Stadt mit dieser Herausforderung umgeht.
