Am 22. Juli 2025 wurde berichtet, dass die Spannungen im Gazastreifen einen neuen Höhepunkt erreicht haben, insbesondere durch wiederholte Angriffe auf Einrichtungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Militärische Einheiten drangen in Mitarbeiterwohnheime ein und zwangen Frauen und Kinder, zu Fuß nach Al-Mawasi zu fliehen. Männliche Mitarbeiter der WHO und deren Angehörige wurden in Deir al-Balah mit Handschellen gefesselt, durchsucht und unter vorgehaltener Waffe verhört. Diese Übergriffe haben die humanitäre Arbeit der WHO erheblich beeinträchtigt und bedrohen das Leben von Mitarbeitern sowie deren Familien, einschließlich Kindern.
Die WHO meldete, dass ein Warenlager am Sonntag beschädigt wurde und Explosionen sowie Brände die Situation weiter gefährdeten. Laut WHO-Chef Tedros Ghebreyesus ist eine sofortige Freilassung und Schutz aller Mitarbeiter erforderlich, um die kritische Lage im Gazastreifen zu verbessern. Von israelischer Seite lag zunächst keine Stellungnahme zu den Vorfällen vor. Die Angriffe auf Deir al-Balah sind Teil eines größeren militärischen Vorstoßes, wobei israelische Panzer in die südlichen und östlichen Bezirke der Stadt rückten, wo Geiseln vermutet werden.
Kritik an den israelischen Maßnahmen
Die WHO hat die israelischen Angriffe auf Mitarbeiter und Einrichtungen als eine Verletzung humanitärer Normen kritisiert. Diese offensichtlichen Angriffe gefährden die bereits stark belastete humanitäre Lage in Gaza. Die Organisation beschreibt das Gesundheitssystem als „am Boden“, da es an Treibstoff und medizinischen Vorräten mangelt. Seit Beginn des Konflikts am 7. Oktober 2023, der durch Übergriffe von Hamas auf Israel ausgelöst wurde, sind mehr als 59.000 Palästinenser getötet worden, und die gesamte Bevölkerung steht vor der Vertreibung.
Verbände wie Amnesty International fordern die sofortige Beendigung der Kämpfe. In einer aktuellen Stellungnahme haben über 20 Länder, einschließlich Großbritannien, ein Ende der Kampfhandlungen gefordert, insbesondere nachdem Hunderte Palästinenser in der Nähe von Lebensmittelverteilungsstellen getötet wurden. Die Hilfslieferungen wurden seit dem Kriegsausbruch stark eingeschränkt, was zu einer humanitären Katastrophe geführt hat.
Humanitäre Situation in Gaza
Die humanitäre Lage im Gazastreifen ist kritisch. Rund zwei Millionen Menschen haben keinen ausreichenden Zugang zu Nahrung und Medikamenten. Zeugen berichten, dass sie seit Wochen kein Brot gegessen haben, und dass die großen Krankenhäuser im Norden des Gazastreifens nicht mehr funktionsfähig sind. Im Süden sind die medizinischen Einrichtungen überlastet und bitten dringend um Blutspenden.
Die israelische Armee rechtfertigt ihre Angriffe auf medizinische Einrichtungen damit, dass diese als Stützpunkte der Hamas genutzt würden, hat jedoch bisher keine stichhaltigen Beweise vorgelegt. Eine von Amnesty geforderte Waffenruhe könnte helfen, das Leiden der Zivilbevölkerung zu mildern und das Gesundheitssystem zu entlasten.
Insgesamt bleibt die Lage im Gazastreifen angespannt, und die Hilfsorganisationen stehen vor enormen Herausforderungen, um die bedürftige Bevölkerung zu unterstützen.