Wiederaufnahme von Puccinis „Il Trittico“ begeistert und polarisiert in der Inneren Stadt
Heute ist der 22.06.2026 und in der Inneren Stadt wird die Wiederaufnahme von Giacomo Puccinis „Il Trittico“ gefeiert. Ein Ereignis, das die Herzen der Opernliebhaber höher schlagen lässt. Der Dirigent Lorenzo Viotti sorgt dafür, dass Puccinis Emotionen in vollem Maße zur Geltung kommen. Seine Interpretation bringt eine spürbare Intensität mit sich, die das Publikum packt. Im ersten Teil, „Il Tabarro“, fließen sanfte Klangfluten über die Bühne, während die Zuschauer sich in diese musikalische Welt hineinziehen lassen.
Doch der zweite Teil, „Suor Angelica“, entpuppt sich als verstörende Tragödie, die die Gemüter ergreift. Hier zeigt sich, dass die Inszenierung von Tatjana Gürbaca einige Kritikpunkte aufwirft. Von belanglosem Stehtheater bis hin zu ärgerlichen Regieeinlagen – es gibt einiges, was die Zuschauer verwundert. So macht der erste Teil kaum Spannung auf der Bühne aus und die Darbietungen bleiben hinter den Erwartungen zurück. Ambrogio Maestri als Michele gibt sich phlegmatisch und wirkt wenig überzeugend. Arturo Chacón-Cruz als Luigi enttäuscht mit einer bescheidenen Tenorstimme, während Nicole Car als Giorgetta immerhin stimmlich mehr als achtbar überzeugt.
Emotionale Höhepunkte und Regie-Kritik
Nicole Car brilliert als Schwester Angelica. Ihr emotionales Spiel bringt den Sopran zum Erstrahlen – sie ist wahrlich die Seele dieses Stücks. Violeta Urmana als fürstliche Tante begeistert mit ihrem überragenden Mezzosopran und stiehlt manch einem die Show. Doch das Regie-Ärgernis bleibt nicht aus. Das Ensemble in Karnevalsmasken und das sinnfreie Hopsen während schöner Arien sind ein weiteres Beispiel für die fragwürdigen Entscheidungen der Inszenierung. Kang Wang als Rinuccio hinterlässt mit seiner blassen Intonation des „Avete torto …“ wenig Eindruck, was die insgesamt gemischte Wahrnehmung der Aufführung unterstreicht.
Trotz dieser Mängel hatte das Publikum offenbar keinen Einwand. Vielleicht ist es das Charisma der Musik, das selbst die fragwürdigen Regieentscheidungen in den Hintergrund drängt. Weitere Vorstellungen sind für den 25., 27. und 30. Juni angesetzt – da bleibt für die Fans der Oper genug Gelegenheit, sich selbst ein Bild von der Darbietung zu machen. Vielleicht wird sich ja beim nächsten Mal das Gefühl des Gesamten noch mehr entfalten.
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