Poesie und Passionskraft: Ein musikalisches Erbe neu entfaltet
In der Brigittenau tut sich etwas Spannendes! Am kommenden Samstag, den 29. Oktober 2026, findet im Amtshaus ein ganz besonderes Konzert statt. Unter dem Titel „Poesie und Passionskraft“ wird das Werk des armenischen Komponisten und Pianisten Stephan Elmas, der oft als der „Chopin Armeniens“ bezeichnet wird, gewürdigt. Das Konzert wird von der talentierten Heghine Rapyan geleitet, die nicht nur als Pianistin bekannt ist, sondern auch in Salzburg unterrichtet. Sie hat eine tiefe Verbindung zur Musik ihres Heimatlandes, und ihre Leidenschaft für Elmas’ Werke ist spürbar.
Stephan Elmas, geboren 1862 in Smyrna (dem heutigen Izmir), studierte unter den berühmten Franz Liszt und Anton Door. Nach einem bewegten Leben, das ihn vor allem nach Genf führte, hinterließ er ein beeindruckendes musikalisches Erbe. Seine Musik, die in der Tradition der Romantik verwurzelt ist, fasziniert durch eine einzigartige Mischung aus Melancholie und Intensität. Bei dem Konzert wird das Publikum durch emotionale Landschaften der Spätromantik geführt, wobei intime Nocturnes, rhythmisch prägnante Mazurkas und die monumentale Sonata in H-Moll mit dem eindringlichen „Marche funèbre“ erklingen werden.
Ein Fest für die Sinne
Die Auswahl der Stücke ist vielfältig und wird sicherlich die Herzen der Zuhörer berühren. Auf dem Programm stehen unter anderem die Mazurka Nr. 4 in E-Dur, verschiedene Nocturnes und Preludes sowie die Fantaisie polonaise in Des-Dur. Heghine Rapyan, die für ihre lyrische Intensität und feinsinnige Klangfarbengestaltung bekannt ist, wird die Werke mit einer Klarheit und Leidenschaft präsentieren, die das Publikum in ihren Bann ziehen wird. Eintritt frei – eine empfohlene Spende von 10 Euro wird gerne angenommen, und es wird empfohlen, Karten im Voraus zu reservieren.
Die Veranstaltung im Amtshaus Brigittenau bietet nicht nur einen akustisch hervorragenden Rahmen, sondern setzt auch ein wichtiges Zeichen für die kulturelle Vielfalt in der europäischen Musikgeschichte. Musik ist ein lebendiges Erbe, das uns verbindet, und das Konzert ist ein Akt der kulturellen Restitution, der die Bedeutung von Elmas’ Kompositionen hervorhebt. Besonders spannend ist die Tatsache, dass die armenische Musiktradition im 19. und 20. Jahrhundert durch Komitas Vardapet maßgeblich beeinflusst wurde und heute durch viele talentierte Komponisten weiterlebt.
Ein Blick auf die armenische Musik
Die Wurzeln der armenischen Musik liegen tief im Armenischen Hochland, wo traditionelle Volkslieder und charakteristische Instrumente wie das Duduk eine zentrale Rolle spielen. Der Einfluss von Künstlern wie Aram Chatschaturjan und der klassischen Musiktradition ist unüberhörbar. Elmas’ Musik hingegen zeichnet sich durch ihre Melodien und positive Ausstrahlung aus, die auch seinen Charakter widerspiegeln. Komischerweise hat Elmas, der in seiner Kindheit sein Gehör verlor, dennoch eine bemerkenswerte Karriere hingelegt.
Heghine Rapyan hat Elmas’ Werke nicht nur für Konzerte wiederentdeckt, sondern auch ungespielte Stücke aufgenommen. Ihre Schüler am Musikum Salzburg haben ebenfalls die Gelegenheit, in die Welt von Elmas einzutauchen. Über die Jahre plant sie, ihre musikalischen Erlebnisse mit einer Tour durch Deutschland und weitere Konzerte in Dänemark auszubauen. Ein Crowdfunding wurde bereits gestartet, um die Aufnahme von Elmas’ zweitem Klavierkonzert und einem Klaviertrio zu finanzieren.
Das Konzert „Poesie und Passionskraft“ ist also nicht nur ein musikalisches Highlight, sondern auch eine Hommage an ein außergewöhnliches Erbe, das selbst in der heutigen Zeit noch lebendig ist. Wer die Möglichkeit hat, sollte sich diesen besonderen Abend nicht entgehen lassen!
