Ein Weckruf aus Wien: Jugendkriminalität und die Überlastung der Polizei im Fokus
Heute ist der 22.09.2026 und in Wien-Döbling gibt es brisante Neuigkeiten aus der Welt der Sicherheit. Wiens Polizeipräsident Gerhard Pürstl hat sich zu Wort gemeldet und es wird deutlich, dass der Druck auf die Polizei wächst. In einer klaren und eindringlichen Ansprache fordert er dringend gesetzliche Grundlagen für Sanktionen gegen strafunmündige Intensivtäter. Es ist nicht zu übersehen, dass die Situation ernst ist.
Pürstl berichtet von unzähligen Tätern, die auf frischer Tat erwischt werden, ohne sich vor der Polizei zu verstecken. Das klingt fast wie ein schlechter Krimi, ist aber bittere Realität. Schockierend ist auch die Zahl der Delikte, die von Jugendlichen und Unter-14-Jährigen registriert wurden. Von Januar bis August 2026 wurden etwa 10.500 solcher Delikte verzeichnet, darunter über 3700 von Sechs- bis 13-Jährigen. Ein klarer Weckruf für die Gesellschaft!
Personalmangel und Überlastung
Die Situation bei der Wiener Polizei ist angespannt. Mit rund 7300 Polizeibeamten hat man 300 bis 400 weniger als noch 2021. Das führt zu einer Überlastung, denn die Polizei hat 40% aller kriminalpolizeilichen Aufgaben in Österreich zu bewältigen. Rekrutierungsprobleme sind an der Tagesordnung: Von 4000 Bewerbungen werden voraussichtlich nur etwa 600 tatsächlich aufgenommen. Das lässt aufhorchen!
Pürstl spricht von einem Projekt „Wien auf Zeit“, das darauf abzielt, Polizisten aus anderen Bundesländern für begrenzte Zeit nach Wien zu holen. Ein cleverer Ansatz, aber ob das reicht? Die steigende Jugendkriminalität und die dazugehörigen Herausforderungen verlangen nach mehr. Ein Kennzeichensystem für E-Scooter könnte helfen, die Fahrer zu identifizieren. Und das, wo Messerangriffe in Wien schon fast zum Alltag gehören. Pürstl fordert ein Messertrageverbot für ganz Österreich. In den Waffenverbotszonen der Stadt sind 70% der abgenommenen Waffen Messer.
Jugendkriminalität im Fokus
Österreich diskutiert schon seit Jahren über das Thema Jugendkriminalität. Die Polizeiliche Kriminalstatistik 2025 zeigt, dass unter dem Begriff Kinder- und Jugendkriminalität 75.724 Tatverdächtige registriert wurden – ein Anstieg um 2,3 % im Vergleich zum Vorjahr. Besonders alarmierend ist der Anstieg der Tatverdächtigen unter Zehnjährigen von 846 auf 1.119 – das sind plus 32,3 %. Da stellt sich die Frage: Wo ist die Gesellschaft gefordert, um hier gegenzusteuern?
Pürstl kritisiert auch die aktuelle Rechtslage, die es der Polizei nicht erlaubt, strafunmündige Täter festzuhalten. Eine gesetzliche Grundlage wäre dringend nötig, um solche Täter in sozialpädagogischen Einrichtungen unterzubringen. Der Polizeipräsident betont, dass viele der Intensivtätern bis zu 1500 Taten begangen haben, und dass 35% dieser Täter aus Österreich stammen, darunter ein erheblicher Anteil an jungen Syrern und weiteren Gruppen aus dem Balkan.
Die Diskussion über präventive Maßnahmen ist wichtig, aber sie reicht nicht mehr aus. Es braucht eine dauerhafte, professionell ausgebildete Einheit, die Szenekenntnis, Prävention und operative Polizeiarbeit vereint. Ein Vorbild könnte die Berliner Operative Gruppe Jugendgewalt sein. In Linz gibt es mit JUKOB ein Modell der Jugendkontaktarbeit, aber das hat nicht die umfassenden Zuständigkeiten, die notwendig wären.
Die Mehrheit der Jugendlichen ist nicht kriminell, aber die politischen Entscheidungsträger müssen endlich den Willen zeigen, eine professionelle Gesamtstruktur zu schaffen. Es ist an der Zeit, Linzer Wissen, operative Fähigkeiten der Kriminalpolizei und internationale Modelle zusammenzuführen, um der Jugendkriminalität in Österreich effektiv entgegenzutreten.
