In der bunten Seestadt Wien-Donaustadt tut sich gerade etwas ganz Besonderes: Hier wird ein innovativer Weg in der Berufsausbildung eingeschlagen. Wien Work hat es sich zur Aufgabe gemacht, inklusive Berufsausbildung für Menschen mit Behinderung anzubieten. An einem Ort, der nicht nur modern ist, sondern auch die Vielfalt der Menschen wertschätzt, finden junge Erwachsene die Chance, ihre Talente zu entfalten und einen Platz im Arbeitsleben zu finden.

Der Standort in der Ella-Lingens-Straße 2 bietet eine Ausbildung in gleich elf verschiedenen Lehrberufen, von Maler über Hochbauer bis hin zu Konditor und Koch. Eine Besonderheit ist, dass die Ausbildungsdauer hier vier Jahre beträgt – das gibt den Lehrlingen die Möglichkeit, sich intensiver mit ihrem Handwerk auseinanderzusetzen. Die Zielgruppe sind vor allem Personen mit Lernschwächen oder Behinderungen, die in der regulären Berufsausbildung oft auf Herausforderungen stoßen. Ein Beispiel ist Lukas, ein motivierter Lehrling, der sich für das Tischlerhandwerk entschieden hat und im letzten Ausbildungsjahr ist. Er hat bereits Reparaturen für seine Familie übernommen und seine Leidenschaft entdeckt. In der Tischlerwerkstatt wird sogar Gebärdensprache verwendet, um die Kommunikation zu erleichtern, da einige Lehrlinge und Ausbilder hörbehindert sind.

Integrative Betriebe als Sprungbrett

Ein weiterer wichtiger Aspekt der Ausbildung bei Wien Work ist die Möglichkeit, ab dem zweiten Lehrjahr in integrativen Betrieben zu arbeiten. Diese Betriebe bieten Lehrstellen für junge Menschen mit Beeinträchtigung und berücksichtigen die individuellen Bedürfnisse der Lehrlinge. Insgesamt stehen hier über 30 verschiedene Lehrberufe zur Auswahl. So kann jeder seine Stärken und Talente entwickeln und sich auf den Arbeitsmarkt vorbereiten. Die Ausbildungsinhalte sind praxisnah gestaltet und vermitteln wichtige Schlüsselqualifikationen. Hier wird nicht nur das Fachwissen vermittelt, sondern auch das Selbstbewusstsein gestärkt.

Das Ziel dieser integrativen Ansätze ist klar: jungen Menschen ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen. Die besondere Ausbildung fördert nicht nur die beruflichen Fähigkeiten, sondern auch die persönliche Entwicklung. Und das ist gerade für jene wichtig, die oft mit zusätzlichen Herausforderungen konfrontiert sind. Laut aktuellen Berichten haben im Jahr 2018 etwa 7500 Menschen mit Behinderung erfolgreich ihre Ausbildung abgeschlossen. Das zeigt, dass es einen großen Bedarf und auch eine große Chance gibt, die Berufsausbildung inklusiver zu gestalten.

Der Wert von Inklusion in der Ausbildung

Die Inklusion spielt eine zentrale Rolle in der beruflichen Bildung. Sie ermöglicht es, dass Jugendliche und junge Erwachsene mit unterschiedlichen Voraussetzungen am Arbeitsleben teilnehmen können. Die Rahmenbedingungen, die durch rechtliche Vorgaben wie das Berufsbildungsgesetz und die Handwerkskammer festgelegt sind, schaffen die Basis für diese Entwicklung. In der Sozialgesetzgebung wird zwischen „Menschen mit Behinderung“ und „Menschen mit Förderbedarf“ unterschieden. Letztere umfasst auch Personen mit Lernschwächen oder sozialen Schwierigkeiten, die oft besondere Unterstützung benötigen.

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Der Weg zu einer inklusiven Berufsausbildung ist nicht immer einfach, aber es gibt wichtige Angebote, die helfen können. Dazu gehören unter anderem flexible, assistierte Ausbildungsangebote in Kooperation mit Ausbildungsbetrieben. Auch die Jugendsozialarbeit kommt ins Spiel, um einkommensschwachen Personen zu helfen. Ausbilderinnen und Ausbilder arbeiten eng mit verschiedenen Anlaufstellen zusammen, um die bestmögliche Ausbildung zu gewährleisten. Und das ist der Schlüssel: Die richtige Unterstützung zur richtigen Zeit kann oft den entscheidenden Unterschied machen.