Skandal in Wien-Favoriten: Arztpraxis ohne Berufserlaubnis und gravierende Hygienemängel aufgedeckt
In Wien-Favoriten gibt es derzeit einen großen Aufreger. Bei einer Schwerpunktkontrolle, die unter der Leitung der Gruppe Sofortmaßnahmen durchgeführt wurde, haben die Behörden gravierende Missstände in einer Arztpraxis aufgedeckt. Das ist nicht einfach nur ein kleiner Fauxpas, sondern da geht es richtig zur Sache. Abgelaufene Arzneimittel, Hygienemängel und sogar ein Arzt, der seit über zehn Jahren ohne Berufserlaubnis arbeitet – das sind schon harte Brocken, die da ans Tageslicht kamen.
Der betroffene Arzt, der in der Ordination Botox-Behandlungen, Beschneidungen und andere medizinische Dienstleistungen anbot, war anscheinend ein ganz schön dreister Typ. Er nutzte sogar den Arztstempel eines anderen Mediziners, der neu an diesem Standort niedergelassen ist. Das hat die Behörden auf den Plan gerufen, die nun auch Verdacht auf Schwarzarbeit und unrechtmäßigen Bezug von Leistungen aus der Wiener Mindestsicherung haben. Es ist kaum zu fassen, dass so etwas in einer Stadt wie Wien passiert!
Versiegelung der Ordination
Die Konsequenzen ließen nicht lange auf sich warten: Die Ordination wurde sofort versiegelt und die Türschlösser ausgetauscht. Auch Johannes Steinhart, der Präsident der Kammer für Ärztinnen und Ärzte in Wien, bestätigte den Entzug der Berufserlaubnis. Bei der Kontrolle wurden außerdem zahlreiche Sicherheitsmängel festgestellt. Beispielsweise fehlte die Notfallausrüstung, und die medizinischen Geräte, wie das EKG, waren nicht einmal überprüft. Auch die elektrische Verkabelung war mehr als bedenklich, mit defekten Steckdosen, die da nur auf Probleme warteten.
Ein besonders alarmierender Punkt war, dass die abgelaufenen Medikamente ungesichert im Wartezimmer lagerten und somit für Patienten zugänglich waren. Das geht ja mal gar nicht! Der Magistrat hat inzwischen Anzeigen nach dem Ärztegesetz erstattet, und die Polizei ermittelt wegen schweren Betrugs. Hier wird deutlich, wie wichtig Vertrauen in medizinische Fachkräfte ist – und das hat Walter Hillerer, der Leiter der Gruppe Sofortmaßnahmen, auch betont.
Die Verantwortung der Arztpraxen
Solche Vorfälle werfen auch ein Licht auf die grundlegenden Anforderungen an Arztpraxen. Die Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten müssen systematisch organisiert werden. Arbeitgeber sind verantwortlich, selbst wenn sie Aufgaben an Dritte delegieren. Das umfasst die Erfassung von Tätigkeiten, eine Beurteilung von Gefährdungen und die Festlegung geeigneter Maßnahmen. Einfach mal einen Hygieneordner ablegen reicht nicht aus – da muss alles nachvollziehbar sein.
Die neuen technischen Regeln für biologische Arbeitsstoffe, die ab November 2025 gelten, fordern eine regelmäßige Überprüfung der Gefährdungsbeurteilung. Das muss immer wieder aktualisiert werden, gerade bei Änderungen in Geräten oder Verfahren. Für Praxen ist es entscheidend, alle notwendigen Nachweise zu führen – von Hygieneplänen bis hin zu Notfallorganisationen.
Die Vorfälle in der Arztpraxis in Wien-Favoriten sind ein eindringlicher Appell, die Standards in der Patientenversorgung und der Arbeitssicherheit ernst zu nehmen. Es bleibt zu hoffen, dass solche Missstände in Zukunft vermieden werden, damit das Vertrauen in die medizinische Versorgung nicht weiter erschüttert wird.
