Heute ist der 27.09.2026 und in Wien-Hietzing gibt es Grund zur Freude! Der neue Gemeindebau am Montecuccoliplatz wurde kürzlich feierlich in „Sabine-Oberhauser-Hof“ umbenannt. Diese Namensgebung, die am 25. September 2026 offiziell vollzogen wurde, ist eine wunderbare Hommage an eine bemerkenswerte Frau, die sich ihr ganzes Leben für die Rechte von Arbeitnehmer*innen, ein solidarisches Gesundheitswesen und die Gleichstellung der Geschlechter eingesetzt hat. Sabine Oberhauser, die 2017 verstorben ist, lebte selbst mit ihrer Familie in Hietzing und hinterlässt ein bleibendes Erbe.

Die Wohnbaustadträtin Elke Hanel-Torsch und die Gesundheits- und Sozialministerin Korinna Schumann würdigten in ihren Ansprachen den unermüdlichen Einsatz Oberhausers. Ihre Visionen und ihr Engagement sind für viele Menschen in Österreich inspirierend geblieben. Oberhauser wurde 1963 in Wien geboren und war das erste Kind ihrer Arbeiterfamilie, das nach der Matura an der Universität Wien studierte. Was für ein Schritt in eine neue Welt!

Ein Leben für Gleichstellung und Gesundheit

Nach ihrem Medizinstudium arbeitete sie als Fachärztin für Allgemeinmedizin sowie für Kinder- und Jugendheilkunde und war Oberärztin auf der Frühgeborenenstation an der Rudolfstiftung. Ab 1998 nahm sie auch in der Gewerkschaft eine wichtige Rolle ein – zuerst als Personalvertreterin, dann als Vizepräsidentin des Österreichischen Gewerkschaftsbunds (ÖGB) und später als Bundesfrauenvorsitzende. Es war beeindruckend, wie sie die Herausforderungen in der Arbeitswelt anpackte.

Im Jahr 2006 wurde sie als Abgeordnete der SPÖ in den Nationalrat gewählt. Ihre Expertise und Leidenschaft führten sie 2014 ins Gesundheitsministerium und ab 2016 zusätzlich ins Frauenministerium. Ihre Krebserkrankung, die sie kurz nach ihrer Angelobung öffentlich machte, hat vielen Mut gegeben und zeigt, wie stark sie war – sie übte ihr Amt bis kurz vor ihrem Tod im Februar 2017 aus.

Der Sabine-Oberhauser-Hof

Der neu benannte Sabine-Oberhauser-Hof ist Teil des Programms „Gemeindewohnungen NEU“. Mit insgesamt 62 modernen, barrierefreien Wohnungen auf sechs Geschoßen ist er ein wahres Schmuckstück. Alle Wohnungen verfügen über Balkone, Loggien oder sogar Eigengärten, was einfach genial ist für die Bewohner. Ein schöner, begrüner Innenhof, ein Gemeinschaftsdachgarten und Begegnungszonen laden zum Verweilen und Miteinander ein. Und nicht zu vergessen: Der Neubau erfüllt den Niedrigstenergiestandard, nutzt Fernwärme, Photovoltaik und Wärmedämmung – ein Schritt in die richtige Richtung für ein nachhaltiges Wohnen.

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Ein Teil der Geschichte

Die Benennung des Wohnbaus nach Sabine Oberhauser ist auch ein Zeichen für die fortwährenden Bemühungen um Gleichstellung und die Rechte der Frauen in Österreich. Die Frauenbewegung, die in den 1970er Jahren ihren Lauf nahm, hat viele Errungenschaften hervorgebracht, wie die Entkriminalisierung der Abtreibung oder die Einführung des Frauenministeriums. Oberhausers Arbeit war Teil dieser Bewegung, die nicht nur die gesetzliche Gleichstellung von Frauen vorangetrieben hat, sondern auch ein gesellschaftliches Bewusstsein für deren Rechte schuf.

Aktuelle Herausforderungen zeigen jedoch, dass der Weg zur Gleichstellung noch nicht zu Ende ist. Der Gender-Pay-Gap und die erschreckende Zahl an Femiziden sind nur einige der Themen, die weiterhin dringend angepackt werden müssen. In dieser Hinsicht bleibt der Sabine-Oberhauser-Hof nicht nur ein Wohnort, sondern auch ein Ort des Erinnerns und der Inspiration, für die, die weiterhin für Gleichheit und Gerechtigkeit kämpfen.