Gewalt im Gesundheitswesen: Alarmierende Vorfälle und notwendige Veränderungen
Heute ist der 21.10.2026, und in Wien-Meidling gibt es ernste Neuigkeiten, die uns alle betreffen. Zwei Strafverfahren am Landesgericht Wien beleuchten die alarmierende Situation, in der sich medizinisches Personal befindet. Die Vorfälle, die hier zur Sprache kommen, sind nicht nur skandalös, sondern auch symptomatisch für eine wachsende Gewaltbereitschaft in unseren Gesundheitseinrichtungen.
In einem der Fälle wird einer 41-Jährigen vorgeworfen, eine Spitalsärztin angegriffen zu haben. Der Grund? Ärger über die verweigerte stationäre Aufnahme. So kam es zu einem handfesten Streit, der damit endete, dass die Ärztin einen Büschel Haare ausgerissen bekam und zu Boden gebracht wurde, was zu schmerzhaften Prellungen führte. Ein weiterer Vorfall, der ebenfalls die Gemüter erhitzt, betrifft einen 53-Jährigen, der einem Rettungssanitäter Faustschläge verpassen wollte und zudem durch einen Schlag auf die Beifahrertür des Rettungstransportwagens eine Delle verursachte. Der Richter in diesem Fall bezeichnete solche Angriffe als „absolutes No-Go“.
Gewalt im Gesundheitswesen: Ein wachsendes Problem
Doch das sind nicht bloß Einzelfälle. Eine aktuelle Umfrage des Deutschen Krankenhausinstituts (DKI) hat ergeben, dass 73 % der Krankenhäuser von einem Anstieg gewalttätiger Übergriffe in den letzten fünf Jahren berichten. Das ist mehr als alarmierend! Nur 4 % der Kliniken verzeichneten weniger Gewalt. Besonders betroffen ist der Pflegedienst, den 80 % der Kliniken als Hauptziel solcher Übergriffe angeben. Die Notaufnahme ist dabei besonders belastet – ein Ort, an dem man Hilfe sucht und nicht bedroht wird.
Die Ursachen dieser Gewalt sind vielfältig. 73 % der Kliniken nennen den Respektverlust gegenüber dem Personal als einen Hauptgrund. Zustandsabhängige Übergriffe, etwa durch Alkohol oder Schmerzen, sowie krankheitsbedingtes Verhalten von dementen oder psychisch kranken Patienten spielen ebenfalls eine Rolle. Lange Wartezeiten sind für 40 % der Kliniken ein weiterer Faktor. Die Folgen sind gravierend: Nur 13 % der Krankenhäuser berichten, dass Übergriffe nicht zu psychischen Belastungen führten, und 24 % nennen Kündigungen als direkte Folge solcher Vorfälle.
Präventionsmaßnahmen und gesellschaftliche Verantwortung
Was tun die Krankenhäuser, um dem entgegenzuwirken? Viele setzen auf Deeskalationstrainings und bauliche Maßnahmen wie Zutrittsbeschränkungen oder Videoüberwachung. In 28 % der Kliniken ist ein Sicherheitsdienst im Einsatz. Dennoch fordern 93 % der befragten Häuser eine Strafverschärfung, denn die Dunkelziffer der Übergriffe ist enorm. Kleinere Vorfälle werden häufig nicht angezeigt und als Normalität betrachtet. Das führt zu einer verzerrten Sicht in polizeilichen Statistiken.
Prof. Dr. Henriette Neumeyer, stellvertretende Vorstandsvorsitzende der DKG, fordert eine gesellschaftliche Debatte über dieses Thema. Schließlich ist Gewalt gegen medizinisches Personal in unserem Gesundheitssystem nicht akzeptabel! Die Berichte von Chefarzt Norman Hecker über gewalttätige Vorfälle im Krankenhaus, darunter Angriffe auf Mitarbeiter, unterstreichen diese Forderung. Er selbst war in ein Handgemenge verwickelt, als ein Betrunkener einen Pfleger mit Desinfektionsmittel bedrohte. Solche Vorfälle sind nicht die Ausnahme, sondern, ehrlich gesagt, viel zu oft die Regel.
Was bleibt also zu tun? Die Einführung von digitalen Datenbanken zur Erfassung von Gewalttaten könnte ein Schritt in die richtige Richtung sein. In Nordrhein-Westfalen wird bereits darüber diskutiert, wie man Gewalterlebnisse besser erfassen und aufarbeiten kann, um die Attraktivität von Arbeitsplätzen in belasteten Bereichen wie Notaufnahmen zu erhöhen. Ohne flächendeckende Mindestschutzstandards bleibt die Gefahr bestehen, dass solche Übergriffe weiterhin zunehmen. Es ist höchste Zeit, dass wir uns diesem Thema widmen und gemeinsam Lösungen finden.
