In Wien-Penzing steht eine Rechtsabbiegespur seit rund drei Jahren nicht für den Verkehr zur Verfügung. Bei der Linzer Straße 118, an der Einmündung zur Ameisgasse, versperren Betonblöcke, ein Baulift und ein verbogenes Absperrgitter die Spur beziehungsweise den Bereich daneben. Viel mehr hat sich dort sichtbar nicht getan.

Das angrenzende Mehrfamilienhaus sollte ursprünglich ab November 2023 saniert werden. Vorgesehen waren unter anderem ein Dachgeschoßausbau und der Einbau eines Lifts. Für die Arbeiten war eine Bauzeit von 16 Monaten geplant. Der Baustart wurde zunächst auf Dezember 2023 verschoben und danach mehrfach weiter verzögert.

Genehmigt, verlängert, dann Stillstand

Die zuständige Verkehrsbehörde MA 46 genehmigte die Baustelle am 11. März 2024, nachdem die erforderlichen Anträge vorgelegt worden waren. Laut MA 46 wurde die Genehmigung wegen nachgereichter Nachweise mehrfach verlängert. Seitdem herrscht auf der Baustelle Stillstand: Zu sehen sind weiterhin der Baulift und die Aushänge für die geplanten Arbeiten.

Die mit den Arbeiten beauftragte Baufirma ist laut MA 46 insolvent. Die Baustellengenehmigung lief am 30. September aus. Seither versucht die Behörde, die verantwortlichen Personen der Firma zu erreichen und die blockierten Verkehrsflächen räumen zu lassen. Sollte das nicht möglich sein, will die MA 46 die Räumung der Baustelleneinrichtung selbst veranlassen.

Das Verfahren folgt dabei einem üblichen Ablauf: Zunächst wird schriftlich zur Räumung aufgefordert. Bleibt eine Reaktion aus, organisiert die MA 46 die Entfernung der Einrichtung. Die entstehenden Kosten werden der Baufirma in Rechnung gestellt und bei einem Konkursverfahren dort geltend gemacht. Wie teuer das wird, lässt sich laut MA 46 nicht pauschal sagen. Die Summe hängt von Art und Größe der Baustelleneinrichtung ab.

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Behörden eingeschaltet

Laut dem zuständigen Bauleiter sind mehrere Verfahren anhängig oder noch nicht rechtskräftig abgeschlossen. Eine inhaltliche Stellungnahme lehnte er aus rechtlichen Gründen ab.

Die Bezirksräte Andrea Dunker und Bernhard Patzer, beide FPÖ, kritisierten die Situation. Patzer zufolge schalteten sie wegen der Baustellenabsicherung die Behörden ein. Die Polizei habe daraufhin den Bauzaun vom taktilen Blindenleitsystem beim Zebrastreifen über die Linzer Straße weggeschoben.

Wann die Rechtsabbiegespur wieder freigegeben wird, ist derzeit unklar. Für Autofahrer bleibt damit eine Spur blockiert, für Fußgänger war zudem die sichere Orientierung beim Zebrastreifen betroffen.

Wo Wiener Baustellen gemeldet werden

Die Stadt Wien bietet online eine Übersicht zu Baustellen im Straßenverkehr, im öffentlichen Verkehr und bei Radfahranlagen. Die Liste der in der folgenden Woche startenden Baustellen im höherrangigen Straßennetz wird jeden Freitag aktualisiert. Erfasst werden Großbaustellen ebenso wie baustellenfreie Hauptverkehrsrouten und Sicherheitshinweise zu Baustellen.

Die Übersicht informiert außerdem über zeitlich begrenzte Umleitungen auf Radverkehrsstrecken, Erneuerungen des Trinkwasser-Rohrnetzes durch Wiener Wasser sowie den Ausbau und die Erhaltung des öffentlichen Kanalnetzes. Auch Sanierungen von Brücken, Stegen, Stützmauern und Stiegenanlagen durch die MA 29 sind angeführt.

Dazu kommen Betriebseinschränkungen der Wiener Linien wegen Modernisierungsarbeiten, Baustellen und Störungen auf Autobahnen und Schnellstraßen der ASFINAG sowie Arbeiten an der Fernwärme-, Gas- und Strominfrastruktur durch die Wiener Netze.

Die Infoline Straße und Verkehr informiert über Baustellen sowie Straßen- und Verkehrsthemen und nimmt auch Störungsmeldungen entgegen. Kontaktstelle ist die Stadt Wien – Verkehrsorganisation und technische Verkehrsangelegenheiten. Für die Linzer Straße bleibt vorerst die Frage offen, wann aus Betonblöcken, Baulift und verbogenem Gitter wieder eine freie Abbiegespur wird.