Am 21. Mai 2026 findet an der TU Wien eine spannende öffentliche Vorlesung mit dem Titel „Bahnbau am Zug“ statt. Gastgeber dieser Veranstaltung sind Arthur Schönwälder und Leopold Winkler, die die Teilnehmenden durch einen Abend führen, der sich ganz den gesellschaftsrelevanten Aspekten zwischen universitärer Lehre und Baupraxis widmet. Besonders die Innovationskraft der Bauwirtschaft steht im Fokus, was in Zeiten rascher technischer Entwicklungen und wachsender Anforderungen an die Infrastruktur mehr als aktuell ist.
Zu den Gästen gehören unter anderem Judith Engel von der ÖBB-Infrastruktur AG sowie Fabian Hansmann von Plasser & Theurer. Judith Engel, die seit 2003 bei der ÖBB tätig ist und die Planung sowie den Bau des Wiener Hauptbahnhofs verantwortet, wird über die Herausforderungen sprechen, mit denen die ÖBB konfrontiert ist. Ihr Schwerpunkt liegt auf der Rahmenplanung zur Sicherstellung finanzieller Mittel für den Netzausbau und die Infrastrukturbereitstellung. Auch ihr Werdegang, der an der TU Wien im Bauingenieurwesen begann, zeigt, wie wichtig eine fundierte Ausbildung in diesem Bereich ist.
Einblicke in die Praxis
Fabian Hansmann bringt einen anderen Blickwinkel mit. Sein Studium absolvierte er an der TU Graz und promovierte im digitalen Anlagenmanagement. Seit 2015 ist er bei Plasser & Theurer tätig und leitet seit 2021 das Marketing. Sein Vortrag wird sich mit den Zielkonflikten zwischen Bau und Betrieb von Bahninfrastruktur befassen und die Bedeutung moderner Technologien und des digitalen Anlagenmanagements herausstellen. Es ist faszinierend zu sehen, wie vielschichtig die Herausforderungen in der Bahntechnik sind.
Das Diskussionsforum wird den Raum für einen Austausch über gesellschaftsrelevante Fragestellungen und die Akzeptanz von Streckensperren bieten. Judith Engel wird hierbei besonders die interdisziplinäre Zusammenarbeit für junge Bauingenieur_innen betonen. Es ist wichtig, dass die nächste Generation von Fachkräften nicht nur in ihrem eigenen Bereich, sondern auch über den Tellerrand hinausblickt – ein Aspekt, der oft in der Ausbildung zu kurz kommt.
Interdisziplinarität als Schlüssel
Frank Lulei, der Institutsvorstand, wird die Notwendigkeit einer fundierten Ausbildung in der Bauwirtschaft ansprechen. Er hebt hervor, wie wichtig es ist, die technischen, wirtschaftlichen, soziologischen und rechtlichen Aspekte miteinander zu verknüpfen. In einer Welt, in der Technologien immer mehr in den Vordergrund rücken, bleibt die menschliche Steuerung ein unverzichtbarer Bestandteil. Gerade in der Bahntechnik ist das Zusammenspiel von Elektrotechnik, Leit- und Sicherungstechnik entscheidend für einen effizienten und sicheren Bahnbetrieb.
Bahningenieurwesen ist schließlich ein interdisziplinäres Fachgebiet, das eine enge Zusammenarbeit verschiedener Disziplinen erfordert. Dabei stehen die Planung und die Realisierung von Gleisanlagen, Bahnhöfen und Infrastrukturbauten im Vordergrund. Die Berücksichtigung der Trassierung, Bautechnik und Umweltverträglichkeit ist unerlässlich, um eine sichere und effiziente Bahninfrastruktur zu gewährleisten. Das Ziel ist klar: Die Studierenden sollen umfassende Kenntnisse erwerben, um produktive Beiträge zur Weiterentwicklung und Optimierung des Schienenverkehrs leisten zu können.
So wird der Abend an der TU Wien nicht nur ein Rückblick auf bereits Erreichtes, sondern auch ein Ausblick auf die Herausforderungen, die die Zukunft der Bahninfrastruktur bereithält. Wer sich für Bahnbau und Ingenieurwesen interessiert, sollte diese Veranstaltung auf keinen Fall verpassen. Sie verspricht interessante Einsichten und anregende Diskussionen.
Weitere Informationen zur Veranstaltung sind auf der Website der TU Wien zu finden: TU Wien.
