Das verborgene Wien: Ein Symposium über Okkultismus und seine Geheimnisse
Heute, am 21. September 2026, öffnet sich im Schreyvogelsaal der Wiener Hofburg ein ganz besonderes Kapitel der Stadtgeschichte. Die interdisziplinäre Tagung mit dem Titel „Das okkulte Wien“ versammelt Spezialisten aus Germanistik, Kultur-, Geschichts- und Grenzwissenschaften, um sich mit den geheimnisvollen und oft unerklärlichen Phänomenen der Wiener Vergangenheit auseinanderzusetzen. Von Alchemie über Geisterglaube bis hin zu den schaurigen Horrorfilmen über Wiener Magier – die Themen sind so vielseitig wie die Stadt selbst.
Diese Veranstaltung ist nicht nur ein Schmaus für Wissensdurstige, sondern auch ein Ort der lebhaften Diskussionen. Die Teilnehmer setzen sich mit einer „anderen“ Form der Geschichte auseinander, und das Ergebnis wird ein buntes historisches Panoptikum sein. Hier wird die Frage aufgeworfen, wie sich Vorstellungen und Praktiken über die Jahrhunderte gewandelt haben und welche Traditionslinien bis in die Gegenwart fortbestehen.
Ein Blick in die Vergangenheit
Die Tagung findet im Rahmen eines größeren Symposions statt, das vom 16. bis 19. September 2026 veranstaltet wird. Die Organisatoren – Jana Christin Lammerding, Maximilian Scheffold, Christa Agnes Tuczay und Kira Kaufmann – laden dazu ein, die historischen Erscheinungsformen, Wissensbestände und kulturellen Praktiken des Okkulten zu untersuchen. Hierbei wird besonders der Fokus auf die Wechselwirkungen zwischen Geheimwissen, Politik, Kunst, Religion und Wissenschaft gelegt.
Ein zentraler Aspekt der Diskussion sind die okkultistischen Bewegungen des 19. und frühen 20. Jahrhunderts sowie gegenwärtige urbane Ritual- und Glaubenspraxen. Fragen wie die nach dem Wandel von Vorstellungen und die historische Neuordnung von Wissen stehen hier im Raum. Wissenschaftler und Interessierte sind eingeladen, sich aktiv einzubringen und ihre Perspektiven zu teilen.
Okkultismus im Fokus
Doch was bedeutet Okkultismus eigentlich? Der Begriff leitet sich vom lateinischen „occulta“ ab, was „verborgen“ bedeutet. Okkultismus umfasst esoterische Praktiken und Weltanschauungen, die sich mit dem Verborgenen und Übersinnlichen beschäftigen. Historisch lässt sich seine Wurzel bis in die Antike zurückverfolgen, wo Philosophien wie der Neuplatonismus und die Kabbala ihren Einfluss ausübten. Im Mittelalter erlebte die Alchemie eine Blütezeit, während im 19. Jahrhundert der Spiritismus aufkam, um mit der Geisterwelt zu kommunizieren.
Diese geheimnisvollen Strömungen sind oft eine Art Gegenbewegung zum Rationalismus und zur naturwissenschaftlichen Weltanschauung. Geheimgesellschaften wie die Freimaurer und die Golden Dawn trugen zur Verbreitung okkultistischer Lehren bei. In der modernen Kultur hat der Okkultismus durch Serien, Filme und Literatur eine Renaissance erlebt, was zeigt, dass das Interesse an geheimem Wissen und mystischen Praktiken nach wie vor groß ist.
Wenn Sie mehr über die Tagung erfahren möchten, können Sie sich direkt an die Organisatoren wenden: Maximilian Scheffold erreichen Sie unter +43 681 81862263 oder per E-Mail unter maximilian.scheffold@univie.ac.at, während Christa Tuczay unter christa.tuczay@univie.ac.at für weitere Details zur Verfügung steht.
