Am Mittwoch, dem 4. Juni 2026, wurde im Therapiezentrum Ybbs ein neuer Meilenstein in der psychiatrischen Versorgung gesetzt. In Anwesenheit von Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) wurde ein Neubau für die Sozialpsychiatrie feierlich eröffnet. Wien hat dabei stolze 18 Millionen Euro in die Erweiterung des Standorts investiert. Das neue Gebäude beherbergt 64 Einzelzimmer und sechs Wohngruppen, die speziell für Patienten mit psychiatrischen Erkrankungen konzipiert wurden. Der Bau hat zwei Jahre gedauert und ergänzt die bestehenden Wohn- und Therapiehäuser des Zentrums.
Das Therapiezentrum Ybbs hat eine lange Tradition. Seit 1817 werden hier Patienten aus Wien behandelt. Heute sind im Zentrum 323 Patienten in Betreuung, wobei die Mehrheit aus Wien und Niederösterreich stammt. Die Lage an der Donau bietet sich hervorragend für Langzeitbehandlungen und psychische Krisen an. Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) unterstrich die Bedeutung hochwertiger Vorsorge und die überregionale Verantwortung, die mit dieser Einrichtung verbunden ist. Auch Ybbser Bürgermeisterin Ulrike Schachner (SPÖ) zeigte sich erfreut über die Investition und deren positive Auswirkung auf die Stadt.
Moderne Konzepte für die Zukunft
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Sicherung von Arbeitsplätzen. Das Therapiezentrum bietet insgesamt 700 Mitarbeiterinnen Beschäftigung in der Region. Generaldirektorin Evelyn Kölldorfer-Leitgeb hob die modernen Therapiekonzepte hervor, die im Zentrum zum Einsatz kommen. Diese Ansätze sind darauf ausgelegt, den Patienten eine bestmögliche Versorgung zu ermöglichen und die Lebensqualität nachhaltig zu verbessern.
Ein interessantes Detail ist die nachhaltige Energieversorgung des Neubaus: Überschüssiger Sonnenstrom wird ins öffentliche Netz eingespeist. Das zeigt, dass auch in der psychiatrischen Versorgung zunehmend auf Umweltaspekte geachtet wird.
Ein Teil des großen Ganzen
Die Eröffnung des Neubaus in Ybbs fügt sich auch in den größeren Kontext der psychiatrischen Versorgung in Wien ein. Der Psychiatrische und Psychosomatische Versorgungsplan (PPV), der 2016 im Wiener Landtag einstimmig beschlossen wurde, verfolgt das Ziel, die psychiatrische Versorgung dort sicherzustellen, wo sie benötigt wird. Die Umsetzung des PPV begann im Jahr 2020. Ein wichtiger Aspekt dieses Plans ist die Schaffung von niederschwelligen Angeboten und die Vernetzung von Behandlerinnen, die den Patient*innen eine umfassende Begleitung bieten.
Insgesamt sieht das strategische Konzept drei Großversorgungsregionen in der Allgemeinpsychiatrie vor, in denen stationäre Standorte für die Betreuung psychiatrischer Erkrankungen geplant sind. Auch die Kinder- und Jugendpsychiatrie wird nicht vernachlässigt, da in jeder Region entsprechende Einrichtungen geschaffen werden sollen. Die Universitätsklinik im AKH übernimmt zudem spezielle Bereiche der Psychiatrie. Es wird also viel getan, um die Versorgungslandschaft in Wien weiter zu verbessern.
Insgesamt unterstreicht die Eröffnung des neuen Sozialpsychiatriegebäudes in Ybbs die nachhaltige Entwicklung und den Fortschritt in der psychiatrischen Versorgung. Die Investitionen und die modernen Konzepte zeigen, dass man sich in Wien und Umgebung ernsthaft um die Bedürfnisse der Patienten kümmert.
