Heute ist der 3.06.2026 und in Wien gibt es Neuigkeiten aus der Welt der Medizin. Franz König, ein bekannter Biostatistiker, hat eine §99(4)-Professur im Fachbereich Medizinische Statistik an der Medizinischen Universität Wien übernommen. Er ist nicht nur am Center for Medical Data Science tätig, sondern leitet auch die Arbeitsgruppe „Adaptive Designs“ am Institut für Medizinische Statistik. Mit dieser Professur wird die Expertise der MedUni Wien in der regulatorischen Statistik und innovativen klinischen Studienmethodik weiter gestärkt. Das Ziel? Die Effizienz, ethische Verantwortung und wissenschaftliche Robustheit klinischer Studien zu verbessern – insbesondere bei seltenen Erkrankungen oder kleinen Patient:innenpopulationen.

Königs Forschung konzentriert sich auf adaptive Designs, Plattformstudien und verschiedene Aspekte der Arzneimittelzulassung. Er hat auch Erfahrung als National Expert on Secondment an der Europäischen Arzneimittelagentur EMA in London, wo er statistischer Experte in der Einheit Human Medicines Development and Evaluation war. An der MedUni Wien ist er in zahlreichen nationalen und internationalen Forschungsverbünden aktiv, wie IDEAL, INVENTS, Realised, EU-PEARL, EU-PEARLDIVER und CONFIRMS. Aktuell liegt sein Schwerpunkt auf EU-PEARLDIVER, einer Wellcome-Trust-geförderten Plattformstudie im Bereich Depression.

Die Bedeutung adaptiver Designs

Was sind adaptive Designs eigentlich? Traditionell erfordert das klinische Prüfungsdesign einen strengen Entwicklungsprozess für neue Behandlungen – und das kann ganz schön lange dauern. Phase I-Studien testen die Sicherheit, Phase II-Studien die Wirksamkeit und Phase III-Studien vergleichen mit Standardbehandlungen. Bei diesen klassischen Ansätzen sind Modifikationen während der Studien nicht erlaubt, was zu hohen Kosten und langen Wartezeiten führt.

Im Gegensatz dazu ermöglichen adaptive Designs vorgeplante Modifikationen während der Studie, basierend auf Zwischendatenanalysen. Das klingt doch nach einer flexibleren und effizienteren Herangehensweise! Diese Designs helfen nicht nur dabei, unwirksame Behandlungen früher zu identifizieren, sondern sind besonders vorteilhaft für klinische Prüfungen seltener Erkrankungen, die oft mit kleineren Studien durchgeführt werden müssen.

Innovationen und Herausforderungen

Ein Beispiel für ein solches adaptives Design ist das Multi-Arm Multi-Stage (MAMS) Design, das mehrere Behandlungen gleichzeitig bewertet. Das reduziert die Anzahl der benötigten Patienten und senkt die Kosten. Allerdings bringt dieses Design auch Herausforderungen mit sich, wie etwa die komplexe Verwaltung und die unvorhersehbare Studiendauer. Und trotzdem: Adaptive Designs fördern flexible Strategien und effizientere Ressourcennutzung. Natürlich müssen dabei die Gültigkeit und Integrität gewahrt bleiben – eine Herausforderung für jeden Forscher.

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Franz König hat sich neben seiner Professur auch um das PhD-Programm „Medical Informatics, Biostatistics & Complex Systems“ gekümmert. Zudem hat er das „Methodenseminar Statistik“ entwickelt, um Medizinstudierende bei der statistischen Planung und Auswertung ihrer Diplomarbeiten zu unterstützen. Das zeigt, wie sehr ihm die nächste Generation von Wissenschaftler:innen am Herzen liegt.

Ein Blick in die Zukunft

Die Arbeit von König und seinem Team am Institut für Medizinische Statistik ist entscheidend für die Weiterentwicklung statistischer Methoden in der medizinischen Forschung. Durch die Implementierung neuer Methoden in Open-Source-Software können diese Ansätze praktisch angewendet werden. Die Schwerpunkte reichen von der Planung und Analyse von Plattformstudien bis hin zur Entwicklung innovativer Methoden für die Analyse von „time-to-event“-Daten. Man kann sich nur wünschen, dass diese Entwicklungen bald in der klinischen Praxis sichtbar werden.

Die Zukunft der klinischen Forschung sieht vielversprechend aus, und es bleibt spannend zu beobachten, wie sich die Methoden weiterentwickeln und welche neuen Erkenntnisse dabei gewonnen werden. In jedem Fall wird Franz König mit seiner Expertise und Innovationskraft einen wichtigen Beitrag leisten – und das ist doch mehr als erfreulich!