Heute ist der 1.06.2026 und in Wien hat die Blüte des Götterbaumes (_Ailanthus altissima_) begonnen. Diese Phase erstreckt sich üblicherweise von Anfang Juni bis Mitte Juli und bringt für viele Allergiker in der Stadt eine ungemütliche Zeit mit sich. Das Pollenservice der MedUni Wien hat kürzlich die Ergebnisse zur Entwicklung des Pollenfluges über fast 50 Jahre veröffentlicht. Die Daten zeigen eindrücklich, dass die Pollenkonzentrationen des Götterbaums in den letzten Jahren erheblich angestiegen sind.
Der Götterbaum, ursprünglich aus China und Nord-Vietnam, hat sich seit seiner Einführung als Zierpflanze in Berlin im Jahr 1780 massiv verbreitet, vor allem nach dem Zweiten Weltkrieg. Inzwischen ist er ein invasiver Neophyt, der sich in temperierten und subtropischen Regionen aller bewohnten Kontinente wohlfühlt. Besonders in Österreich wird die Verbreitung dieses Baumes aktiv verhindert, da er sich nicht nur von Wärmeinseln ins Umland ausbreiten kann, sondern auch heimische Ökosysteme schädigt.
Klimawandel und Pollenflug
Ein entscheidender Faktor, der die Saison des Götterbaumes beeinflusst, ist der Klimawandel. Die Blütezeit hat sich durch die steigenden Temperaturen und die Klimaveränderungen deutlich nach vorne verschoben. Bereits in 2024 war die Pollenkonzentration des Götterbaums in Wien höher als die von Gräsern! Das zeigt, wie stark die Konkurrenz um Allergiker in dieser Zeit zugenommen hat, denn die Blütezeit des Götterbaumes überschneidet sich auch noch mit der Hauptblüte der Gräser.
Die MedUni Wien hat festgestellt, dass die Korrelation der Pollenkonzentrationen mit Temperatur und Sonnenscheinstunden die höchste ist. Wenn man bedenkt, wie der Urban Heat Island-Effekt in Metropolen wie Wien diesen Trend verstärkt, wird klar, dass die Auswirkungen auf Allergiker wohl noch zunehmen werden. Sensibilisierungsraten bei Allergikern in China liegen bereits bei bis zu 30%, und umfassende Studien zu den Sensibilisierungsraten in Europa fehlen bisher. Götterbaumpollen gilt als relevantes Aeroallergen und die Nachrichten über die steigenden Konzentrationen sind alles andere als beruhigend.
Die Robustheit des Götterbaumes
Der Götterbaum hat sich als äußerst robust erwiesen. Er verträgt Luftverschmutzung, Hitze, Dürre und sogar hohe Salzgehalte. Auf unfruchtbaren Böden findet er sich ebenso gut zurecht und zeigt eine starke Konkurrenz durch seinen allelopathischen Effekt auf andere Pflanzen. Das macht ihn nicht nur zu einem Überlebenskünstler, sondern auch zu einer ernsthaften Bedrohung für die einheimische Flora.
In Österreich, wo die Verbreitung des Götterbaumes aktiv verhindert wird, bleibt die Hoffnung, dass durch gezielte Maßnahmen die Ausbreitung eingedämmt werden kann. Doch der Götterbaum scheint, trotz aller Bemühungen, wie ein ungebetener Gast, der sich einfach nicht vertreiben lässt. Wie es aussieht, wird uns der Götterbaum und sein Pollenflug noch eine Weile begleiten.
Die Anwendung von Maßnahmen zur Bekämpfung dieser invasiven Art bleibt eine Herausforderung, und es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation in den kommenden Jahren entwickeln wird.
