Heute ist der 4. Juni 2026 und in Wien laufen die Vorbereitungen für eine spannende Ausstellung, die die kreative Energie junger Künstler:innen zeigt. Vom 4. bis 21. Juni werden auf oe1.orf.at/talenteboersegrafik zwölf Grafikvorschläge präsentiert, die von vier Kunststudent:innen österreichischer Universitäten entworfen wurden. Jeder der Studierenden hat drei eigene Entwürfe beigesteuert, und das Publikum hat jetzt die Möglichkeit, darüber abzustimmen, welche Grafik im Sommer 2026 tatsächlich gedruckt wird. Diese innovative Art der Mitbestimmung ist ein spannender Schritt in der Welt der Druckgrafik.

Christian Schwarzwald von der Akademie der bildenden Künste Wien hebt hervor, dass die Vielfalt an Druckverfahren, die heute zur Verfügung stehen, sowohl traditionelle als auch digitale Techniken umfasst. Das ist besonders relevant in einer Zeit, in der die Grenzen zwischen den verschiedenen Medien zunehmend verschwimmen. Leonie Pirker, ebenfalls von der Akademie, geht in ihren Arbeiten den Übergang von abstrakten Linien zu figurativen Ansätzen nach. Sie zeigt damit, wie sich die grafische Kunst ständig weiterentwickelt.

Künstlerische Ansätze und Techniken

Tina Frank von der Kunstuniversität Linz beschreibt eine spannende Verschiebung in der Druckgrafik. Der Fokus liegt nicht mehr nur auf der Reproduktion, sondern vielmehr auf dem Übersetzungsprozess zwischen Bild und Papierform. Das lässt sich auch in den Arbeiten von Leonie Streibl erkennen, die ihre Werke aus fotografischen Beobachtungen entwickelt. Sie fängt die Realität in einer Art und Weise ein, die den Betrachter zum Nachdenken anregt.

Bernhard Lochmann, Senior Artist am Mozarteum, wirft einen Blick auf technische Neuerungen in der Druckgrafik. Besonders der 3D-Druck hat das Potenzial, Druckklischees zu revolutionieren. In der Welt der Kunst gibt es immer Raum für technologische Innovationen, und das wird auch von Janka Kocisek von der Universität für angewandte Kunst Wien unterstrichen. Sie betont, dass die künstlerische Innovation sowohl in der Anwendung der Techniken als auch im künstlerischen Ausdruck liegt.

Das Publikum entscheidet

Das Publikum kann durch Online-Votings aktiv mitbestimmen, welche Grafik die meisten Stimmen erhält. Die Gewinnergrafik wird dann im September 2026 in einer Auflage von 150 Stück veröffentlicht und im ORF-Shop erhältlich sein. Ö1 Club-Mitglieder dürfen sich sogar auf einen ermäßigten Preis von 210 Euro freuen. Das ist doch eine großartige Gelegenheit, ein Stück zeitgenössischer Kunst zu erwerben!

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In den letzten Jahren haben sich auch die Drucktechnologien weiterentwickelt. Laut einem Bericht von Kunstplaza haben moderne Drucktechniken wie digitale Druckverfahren, Siebdruck und Lithografie neue Dimensionen eröffnet. Künstler:innen können heute auf eine Vielzahl von Möglichkeiten zurückgreifen, um ihre Visionen umzusetzen. Und das ist ein echter Game-Changer für die Kunstszene!

Der kreative Prozess

Ein wichtiger Aspekt der künstlerischen Praxis ist die Zeichnung, die oft als Basis aller bildenden Kunst angesehen wird. An der Universität für angewandte Kunst in Wien wird die Zeichnung nicht nur als Werkzeug zur Visualisierung von Ideen, sondern auch als Schnittstelle zwischen Denken und Machen betrachtet. Univ.-Prof. Jan Svenungsson leitet die Abteilung und fördert die Auseinandersetzung mit traditionellen Drucktechniken als analytisches Instrument zur Planung und Analyse von Bildern.

Die künstlerische Freiheit ist auch ein zentrales Thema. Grenzen werden nicht mehr als Einschränkung, sondern als notwendige Bedingungen für kreative Grenzüberschreitungen gesehen. Das bedeutet, dass Künstler:innen heute in der digitalen Welt agieren können, die ein Prinzip der Grenzenlosigkeit bietet. Doch trotz aller digitalen Möglichkeiten bleibt die analoge Druckgrafik und das Zeichnen ein unverzichtbarer Teil der künstlerischen Ausbildung, da sie die taktile Intelligenz der Künstler:innen fördert.

Die Entwicklungen in der Druckgrafik und die damit verbundenen künstlerischen Innovationen zeigen, dass Kunst nicht nur das Resultat technischer Fähigkeiten ist, sondern auch aus einem Dialog zwischen Künstler:innen, Werkzeugen und der Umwelt entsteht. Es ist diese dynamische Wechselwirkung, die die zeitgenössische Kunstszene so aufregend macht.