Wien, 21. April 2026 – Lenz Mosbacher, Sohn eines Künstlerehepaares, wird am 7. Mai in der Secession über den legendären Aktionskünstler und Kunsttheoretiker Joseph Beuys sprechen. Beuys, der das Leben eng mit der Kunst verband, gilt als eine prägende Figur des 20. Jahrhunderts, auch wenn er umstritten bleibt. Mosbacher hat sich intensiv mit Beuys’ bedeutenden Werken beschäftigt, erkennt jedoch an, dass eine rein faktische Auseinandersetzung mit seinem Schaffen nicht zielführend ist. In seinem Buch „Die Erfindung der Wahrheit“ behandelt er die Methoden Beuys’ und spinnt eine eigene Geschichte, in der prominente Frauen wie Susan Sontag und Ulrike Meinhof eine Rolle spielen. Dabei wird auch auf die grundsätzliche Ablehnung von Gewalt durch Beuys hingewiesen, im Gegensatz zu Meinhofs Ansichten.

Besonders interessant ist, dass Mosbacher in seinem Werk auch Beuys’ Einfluss auf die Öko-Bewegung thematisiert. Er zitiert die Aktion „7.000 Eichen“ als Beispiel für Beuys’ Engagement für ökologische Themen und verknüpft dies mit den Auseinandersetzungen um den Hambacher Forst im Jahr 2018. Mosbacher fragt sich, wie Beuys auf die aktuellen gesellschaftlichen Probleme reagieren würde. Ein Glossar am Ende seines Buches erklärt die Abweichungen von gesicherten Fakten, was die Auseinandersetzung mit Beuys’ komplexem Erbe zusätzlich vertieft.

Die Rolle der Kunst im gesellschaftlichen Wandel

Joseph Beuys war nicht nur Künstler, sondern auch ein visionärer Denker, der seine Kunst als Mittel der gesellschaftlichen Transformation betrachtete. Er plädierte für Alternativen zu den bestehenden kapitalistischen Systemen und entwarf einen Gesellschaftsentwurf, der sich sowohl vom Kapitalismus als auch vom Kommunismus abwendet. Diese Ideen sind auch im Kontext der modernen Klimabewegungen von Bedeutung, die nach neuen Lebensformen und einem ökologischen Bewusstsein streben. Beuys’ Rhetorik mag sich von den heutigen Bewegungen wie Extinction Rebellion und Fridays for Future unterscheiden, doch die Suche nach einem Systemwechsel vereint sie.

Die Ausstellung „Beuys zum Geburtstag. Linie zu Linie – Blatt“ an den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden erinnert an den Einfluss Beuys’ und hebt seine Rolle als Wegbereiter der Grünen hervor. Seine Forderung nach einem verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen und sein Konzept der „sozialen Plastik“ sind bis heute relevant. Beuys’ Engagement für die Umwelt und seine Stellungnahme zu gesellschaftspolitischen Fragen zeigen, dass Kunst weit über Ästhetik hinausgeht.

Wissenschaft und Kreativität verbinden

Für Mosbacher sind Comics ein effektives Medium zur Wissensvermittlung. Er sieht das Zeichnen als eine Form der Literatur und als performativen Akt. Seine Ausbildung zum Grafik-Designer und seine Erfahrung in der Ausstellungsgestaltung fließen in seine Werke ein. So hat er unter anderem ein Comicheft über die erste Menstruation entwickelt, das an Wiener Schulen verteilt wurde, und gemeinsam mit Monika Ernst das Studio Illuform für Storytelling und Wissensvermittlung gegründet.

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Sein Buch „Beuys – Die Erfindung der Wahrheit“ wird am 5. Mai im Literaturhaus Wien präsentiert. Ein weiteres Buchprojekt ist bereits in Arbeit, was zeigt, dass Mosbacher sich weiterhin mit der Aufarbeitung von Beuys’ komplexem Erbe auseinandersetzt und versucht, dessen Ideen in die heutige Zeit zu übertragen. Die Auseinandersetzung mit Beuys ist nicht nur eine Rückschau auf die Kunstgeschichte, sondern auch ein Anstoß zur Reflexion über unsere aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen.