Die Vinzenz-Gruppe warnt eindringlich vor einem drohenden Kahlschlag in der orthopädischen Versorgung in Wien. Laut einem Bericht von vienna.at könnten die Betten in ihren Kliniken nahezu halbiert werden, was durch einen Entwurf für den Regionalen Strukturplan Gesundheit angestoßen wird. Betroffene Einrichtungen sind das Herz-Jesu-Krankenhaus sowie das Orthopädische Spital Speising, das eine Schlüsselrolle im Bereich des Knie- und Hüftgelenksersatzes spielt.

In den beiden Spitälern werden jährlich etwa 16.000 Operationen durchgeführt und rund 120.000 Patientinnen und Patienten versorgt. Die aus der geplanten Reduktion resultierenden längeren Wartezeiten könnten die Patientinnen und Patienten erheblich belasten, da Prognosen eine Vervierfachung des Bedarfs im Bereich Orthopädie bis 2040 vorhersagen, bedingt durch demografische Entwicklungen.

Massive Kürzungen und ihre Folgen

Der Strukturplan sieht eine drastische Reduktion der Bettenanzahl vor: im Speising von 240 auf 116 und im Herz-Jesu-Krankenhaus von 90 auf 50. Diese Maßnahmen wurden von Vertretern der Vinzenz-Gruppe als besorgniserregend eingestuft, da sie die medizinische Versorgung der Bevölkerung negativ beeinflussen könnten. Geschäftsführer Bernhard Tousek betont, dass viele orthopädische Eingriffe einen stationären Aufenthalt erforderten, insbesondere bei älteren Patienten mit Begleiterkrankungen.

Aktuelle Wartezeiten belaufen sich bereits auf 30 Wochen für Hüftoperationen, 38 Wochen für Knieoperationen und 9 Wochen für Wirbelsäulenoperationen. Diese Situation könnte sich durch den Rückgang der verfügbaren Betten und die erwartete Zunahme an Bedürfnissen weiter verschärfen. David Pötz, Geschäftsführer der Vinzenz-Kliniken Wien, äußert Bedenken hinsichtlich einer massiven Verschlechterung der Versorgung.

Kritik an den Einsparungen

Die Ordensspitäler in Wien äußern ebenfalls Kritik an dem geplanten Bettenabbau. Sie fordern eine Überprüfung der aktuellen Gesundheitsversorgung und warnen, dass die Qualität der medizinischen Dienstleistungen aufrechtzuerhalten sei. Die spitalübergreifende Zusammenarbeit zur Effizienzsteigerung könnte auf der Kippe stehen, wenn die Budgetkürzungen nicht durch eine nachhaltige Finanzierungsstrategie ausgeglichen werden. ORF Wien berichtet von einer möglichen Bedrohung für die Patientenversorgung, die nicht ignoriert werden kann.

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„Das ist problematisch für die Patientenversorgung“, sagt Heinrich Resch, Sprecher der Wiener Ordensspitäler. Intern gibt es bereits Hinweise über Finanzierungdefizite, was möglicherweise zu Kündigungen und Schließungen führen könnte. Stadtrat Peter Hacker (SPÖ) zeigt sich gesprächsbereit und betont, dass die Pläne nicht endgültig sind. Die Stadt Wien strebt durch diese Veränderungen eine „Versorgungsregion Ost“ an, um die Zahl der Gastpatienten aus Niederösterreich und Burgenland zu reduzieren.

Ein Termin mit Gesundheitsstadtrat Peter Hacker ist für den 3. Dezember angesetzt, in der Hoffnung, dass der drohende Kahlschlag in der orthopädischen Versorgung abgewendet werden kann. Der Austausch zwischen der Vinzenz-Gruppe und der Stadt Wien könnte entscheidend dafür sein, die Qualität und Verfügbarkeit der medizinischen Versorgung in Wien zu sichern. Aktuell ist nicht nur die Anzahl der Betten ein Thema, sondern auch die aktuelle finanzielle Lage der Krankenhäuser, die 25% aller Spitalsbetten in Wien sowie 30% der stationären Aufenthalte ausmachen, wie aus HeadTopics hervorgeht.