In der Welt der Pharmaindustrie gibt es oft Nachrichten, die wie ein Blitz aus heiterem Himmel einschlagen. So auch die jüngste Meldung über den Pharmakonzern Takeda, der in Österreich, wo er seit 70 Jahren aktiv ist, bald rund 200 Stellen abbauen will. Takeda, mit Hauptsitz in Wien und einem weiteren Standort in Linz, gehört zu den größten biopharmazeutischen Firmen weltweit. Das Unternehmen entwickelt Medikamente für seltene und komplexe Erkrankungen und hat kürzlich den Spatenstich für ein neues Forschungs- und Entwicklungslabor in der Seestadt Wien gefeiert. Doch, wie das Leben so spielt, wird dieses Labor, das im Mai 2023 fertiggestellt wurde, aufgrund eines Sparprogramms nicht in Betrieb genommen.

Der Grund dafür? Eine umfassende „globale Transformation“, die mit einem CEO-Wechsel einhergeht. Julie Kim, die im Juni 2023 den Vorstandsposten übernommen hat, steht nun vor der Herausforderung, die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens zu stärken und das langfristige Wachstumsprofil zu verbessern. Die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten im Bereich Biologika in Wien werden eingestellt, was die betroffenen Mitarbeiter in eine unsichere Lage bringt. Laut Takeda bleiben jedoch rund 4.000 Mitarbeiter in Österreich beschäftigt, und das Unternehmen plant, diese durch individuelle Beratungsgespräche und Unterstützung bei der beruflichen Neuorientierung zu helfen. Das klingt doch irgendwie nach einem Silberstreif am Horizont, oder?

Ein wichtiger Teil des Ökosystems

Trotz dieser Anpassungen bleibt Takeda laut Wirtschaftsstadträtin Barbara Novak ein zentraler Bestandteil des Wiener Life-Sciences-Ökosystems. Die Beschäftigung in der Branche hat in den letzten Jahren um etwa 8 % zugenommen und umfasst nun rund 49.000 Menschen in Wien. Es ist also nicht alles verloren – die Innovationskraft und die Bedeutung des Standorts lassen sich nicht leugnen. Dennoch wird der Stellenabbau von der Gewerkschaft als „herber Schlag für die Beschäftigten“ bezeichnet, da er den Innovationsstandort Wien gefährden könnte.

Die genaue Zahl der abzubauenden Stellen wurde von Takeda nicht bestätigt, aber es wird vermutet, dass sie geringer ausfallen wird als ursprünglich angekündigt. Gespräche über einen Sozialplan laufen bereits, um den betroffenen Mitarbeitern eine Perspektive zu bieten. Komischerweise wird das neue Labor in der Seestadt untervermietet, um die vorhandene Infrastruktur sinnvoll zu nutzen. Mal sehen, ob und wann es in Betrieb genommen wird.

Strategische Überlegungen im Life Sciences-Sektor

Der Life Sciences- und Pharmasektor ist für den Forschungs- und Innovationsstandort Österreich von zentraler Bedeutung. Die „Zukunftsstrategie Life Sciences“ des Bundesministeriums für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft (BMWFW) verfolgt das Ziel, die Rahmenbedingungen und Synergien zur Stärkung des Ökosystems zu verbessern. Dabei liegt der Fokus auf Gesundheit, Medizin und Biomedizin. In einem mehrstufigen Prozess, an dem zahlreiche Stakeholder aus Wissenschaft und Wirtschaft beteiligt sind, wurden 27 konkrete Maßnahmen in neun Handlungsfeldern identifiziert. Diese reichen von Grundlagenforschung über Big Data bis hin zu personalisierter Medizin.

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Der Weg zur Stärkung des Life Sciences-Sektors ist also in vollem Gange. Die Herausforderungen, die Takeda derzeit meistern muss, sind Teil einer größeren Dynamik in der Branche. Und während wir die Entwicklungen verfolgen, bleibt zu hoffen, dass das Wiener Ökosystem trotz dieser Rückschläge weiterhin blüht und gedeiht. Ein bisschen Optimismus kann schließlich nicht schaden!

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