Wien, 17. Juni 2026 – Ein großer Verlust hat die Gemeinschaft der MedUni Wien erschüttert. Am 8. Mai 2026 verstarb der angesehene Molekularbiologe und Mentor, Ao.Univ.Prof. Mag. Dr. Thomas Ströbel, nach einer schweren Erkrankung. Geboren 1962 in Salzburg und aufgewachsen mit seinen zwei Brüdern, hat Ströbel durch sein Engagement und seine Expertise im Bereich der Tumorbiologie tiefe Spuren hinterlassen.

Seine Schulausbildung sowie die Ausbildung zum medizinisch-diagnostischen Laboratoriumsdienst absolvierte er in Salzburg. Danach zog es ihn nach Wien, wo er Biochemie studierte und 1993 als Doktor rer. nat. promovierte. Seine wissenschaftliche Laufbahn begann im Forschungsinstitut für krebskranke Kinder des St. Anna Kinderspitals in Wien. Ein späterer Aufenthalt am Dana-Farber Cancer Institute der Harvard Medical School in Boston, USA, prägte seine Forschung im Bereich der Tumorbiologie über vier Jahre. Zurück in Wien arbeitete er zunächst am Institut für Molekulare Genetik, bevor er 1999 ins Klinische Institut für Neurologie der MedUni Wien/AKH eintrat und dort das neuromolekularbiologische Labor leitete.

Ein Leben für die Wissenschaft

Ströbel habilitierte sich 2002 im Fach Tumorbiologie und war maßgeblich an der Entwicklung einer systematischen Gewebsbank beteiligt. Seine Arbeit trug zur Etablierung molekulargenetischer Nachweismethoden für Prionenerkrankungen bei, ein enormer Schritt in der Diagnose und Behandlung dieser Erkrankungen. Besonders konzentrierte er sich auf die Erforschung kindlicher und adulter Hirntumore, was in zahlreichen Publikationen in hochzitierten Journalen resultierte. Die Entwicklung genetischer und epigenetischer Diagnostik, einschließlich der Panelsequenzierung, sind weitere Meilensteine seiner Karriere.

Selbst während seiner schweren Erkrankung blieb Ströbel seinen beruflichen Aufgaben engagiert. Er war nicht nur ein geschätzter Molekularbiologe, sondern auch ein Mentor, bekannt für seine Energie, Integrität und Warmherzigkeit. Sein Erbe wird in der Diagnostik und der Arbeit seiner Kollegen weiterleben.

Einfluss und Vermächtnis

Mit seinem Tod hinterlässt Thomas Ströbel eine bedeutende Lücke. Sein Mitgefühl und seine Expertise galten nicht nur der Wissenschaft, sondern auch seiner Lebensgefährtin Barbara, seiner Familie und seinen Angehörigen. Die Trauer um seine Person wird durch die Erinnerungen an seine Leistungen und seinen unermüdlichen Einsatz in der Forschung abgemildert.

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In einem größeren Kontext steht Ströbels Arbeit in Verbindung mit den Fortschritten, die beispielsweise am Max-Planck-Institut für Biochemie in Martinsried bei München erzielt werden. Dort wird die Struktur und Funktion von Proteinen erforscht, was für die Entwicklung neuer Therapien von entscheidender Bedeutung ist. Mit rund 680 Mitarbeitenden und etwa 350 Wissenschaftler:innen aus 43 Ländern ist das MPI eines der größten biologisch-medizinisch ausgerichteten Institute der Max-Planck-Gesellschaft. In der Nachbarschaft zu anderen renommierten Forschungseinrichtungen entstehen hier innovative Ansätze, die dem Erbe von Forschern wie Ströbel eine neue Dimension verleihen.

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