In Wien-Brigittenau tut sich was für die kleinen stacheligen Bewohner unserer Gärten! Tierschutz Austria hat eine Initiative ins Leben gerufen, um Österreichs längste „Igel-Straße“ zu schaffen. Das Ziel? Die Vernetzung tierfreundlicher Gärten, um Igeln in urbanen Siedlungsräumen zu helfen. Denn die Realität sieht oft so aus: Igel sind auf private Gärten angewiesen, aber ihre Wege werden durch Zäune, Mauern und versiegelte Flächen stark eingeschränkt. Dazu kommen noch Pestizide, Kunstdünger und Mähroboter, die das Leben der kleinen Tierchen zusätzlich gefährden. Das ist ein echtes Problem!
Die Igelpopulation in Österreich ist in akuter Gefahr. Viele Jungtiere sind in der jetzigen Zeit viel zu schwach, um den Winter zu überstehen. Tierschutz Austria betreut aktuell 233 Igel im Tierschutzhaus Vösendorf, die höchste Zahl bisher. Die nächsten 150 Tage sind entscheidend für das Überleben dieser Tiere. Und das ist nicht nur eine persönliche Angelegenheit – die ganze Natur leidet unter dem Verlust von Lebensräumen. Täglich verschwinden in Österreich etwa 13 Hektar Naturfläche, was nicht nur Igel betrifft, sondern auch viele andere Wildtiere. Die Gründe? Bauprojekte, intensive Landwirtschaft und der Klimawandel drücken schwer auf die Natur.
Die Garten-Vignette als Lösung
Um diesen Tieren zu helfen, hat Tierschutz Austria die Garten-Vignette ins Leben gerufen. Diese Vignette signalisiert, dass Igel und andere Wildtiere in einem Garten willkommen sind. Gärten sollen in sichere Zufluchtsorte umgewandelt werden, und so können Gartenbesitzer kleine Veränderungen vornehmen. Ein kleiner Durchgang von 13 x 13 Zentimetern im Gartenzaun reicht schon aus, damit die kleinen Stachelritter hindurchpassen. Bereits 275 Gärten wurden registriert, und 150 Vignetten verkauft. Das hat zu einer beeindruckenden über 10 Kilometer langen „Igel-Straße“ geführt, die durch die Vernetzung dieser Flächen entstanden ist. Eine tolle Sache!
Doch nicht nur die Igel haben es schwer. Die gesamte Tierwelt leidet unter menschlichem Zutun. Rund 80 Prozent der Wildtiere, die bei Tierschutz Austria aufgenommen werden, sind aufgrund menschlichen Einflusses in Not. Rasenmäher, Baugruben und Straßenverkehr tun ihr Übriges. Die veränderten Jahreszeiten und die Nahrungsknappheit, die durch den Klimawandel noch verstärkt werden, sind eine weitere Herausforderung. Das Ökosystem ist gestört, und der Winterschlaf der Tiere wird durch wärmere Winter sowie einen Mangel an Insekten gefährdet.
Was kannst du tun?
Wenn du ein Gartenbesitzer bist, gibt es viele Möglichkeiten, wie du helfen kannst! Gestalte deinen Garten naturnah, verzichte auf Pestizide und nutze Mähroboter nicht nachts. Igelhäuser sind eine wunderbare Möglichkeit, um diesen Tieren ein sicheres Zuhause zu bieten. Wenn du Igel unter 500 Gramm im späten Herbst siehst, solltest du wissen, dass diese ohne Hilfe kaum Überlebenschancen haben. Tierschutz Austria gibt hilfreiche Tipps zur Igelhilfe und bietet Unterstützung sowie Spendenmöglichkeiten an. Das ist ein wichtiger Schritt!
Daher ist es wichtig, dass wir alle unseren Teil dazu beitragen, die Lebensräume unserer stacheligen Freunde zu schützen. Mach mit und werde Teil der „Igel-Straße“ – die Igel werden es dir danken!
