Kreative Oasen für Jugendliche: Gemeinschaft statt Bildschirmzeit
In der heutigen Zeit verbringen viele Jugendliche ihre Freizeit hauptsächlich am Handy. Das ist nicht nur ein Trend, sondern auch ein Zeichen dafür, dass es an echten Orten fehlt, wo sie dazugehören können. Genau hier kommen die großen Digitalkonzerne ins Spiel, die diese Situation ausnutzen, um ihre Produkte und Dienstleistungen anzubieten. Doch in Wien-Brigittenau gibt es einen Lichtblick: einen Verein, der Alternativen bietet und damit den jungen Menschen eine sinnvolle Beschäftigung ermöglicht. (Quelle)
In einer gemütlichen Erdgeschosswohnung finden kreative Kurse statt, in denen etwa 15 Kinder und Jugendliche ihre Talente entdecken können. Hier wird nicht nur gebastelt – es gibt auch Materialien wie Wasserfarben, Stifte und allerlei Bastelutensilien, die zur Verfügung stehen. Die Aktivitäten reichen vom Zeichnen über Basteln bis hin zum Bedrucken von Tüchern. Ein echtes Paradies für kreative Köpfe!
Freundschaften knüpfen und kreativ sein
Farah, 13 Jahre alt, ist eine der Teilnehmerinnen der Hobby Lobby. Sie besucht den Ort, um neue Freunde zu finden, denn in der Schule empfindet sie ihre Klassenkameradinnen als „toxic“. Das Zeichnen und die kreativen Aktivitäten helfen ihr nicht nur, sich auszudrücken, sondern auch, weniger Zeit am Handy zu verbringen. Ironischerweise nutzt sie ihr iPhone hauptsächlich, um Vorlagen für ihre Zeichnungen abzurufen. Diese kreative Auszeit ist für viele Jugendliche eine willkommene Abwechslung von den digitalen Medien.
Die Bedeutung von Freizeitaktivitäten für junge Menschen wird durch verschiedene Studien untermauert. Digitale Medien sind mittlerweile ein fester Bestandteil der Freizeitgestaltung und helfen, Bedürfnisse nach Zugehörigkeit und sozialer Anerkennung zu befriedigen. Fast alle Jugendlichen hören regelmäßig Musik oder schauen Filme – sei es im Fernsehen oder über Streaming-Dienste. Allerdings sind analoge Aktivitäten, also solche, die ohne Bildschirm auskommen, ebenfalls von großer Bedeutung. Besonders bei queeren Jugendlichen zeigen sich hier interessante Unterschiede: Etwa 50 % von ihnen lesen mindestens ein- bis zweimal pro Woche Bücher oder beschäftigen sich kreativ. Bei cis-heterosexuellen Jugendlichen liegt dieser Anteil nur bei etwa 33 %. (Quelle)
Kreativität und Gemeinschaft
Die Freizeitgestaltung zeigt auch, dass sportliche Aktivitäten für viele junge Menschen wichtig sind. Ungefähr zwei Drittel der Jugendlichen treiben mindestens einmal pro Woche Sport, egal ob queer oder cis-heterosexuell. Auch Zeiten des Nichtstuns sind nicht zu vernachlässigen: 68 % der queeren Jugendlichen genießen es, einfach mal nichts zu tun, während bei ihren cis-heterosexuellen Altersgenossen nur 58 % dazu neigen. Es ist spannend zu sehen, wie unterschiedlich die Freizeitgestaltung aussehen kann und wie wichtig dabei die Gemeinschaft ist.
In der Hobby Lobby erleben die Jugendlichen eine Art von Zusammenhalt, die in anderen Lebensbereichen oft fehlt. Hier können sie sich ausprobieren, kreativ sein und vor allem sie selbst sein. Das ist gerade in einer Zeit, in der digitale Medien oft das Sozialverhalten bestimmen, ein wichtiger Schritt Richtung echter zwischenmenschlicher Kontakte und Erlebnisse. Es ist ein Ort, an dem sie nicht nur ihre Talente entfalten können, sondern auch sich selbst finden.
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