Wiener Wäldchen: Grüne Oasen für Natur und Stadtleben
In Wien-Brigittenau blüht die Natur auf – und das nicht nur im übertragenen Sinne. Nach vier Jahren des Projekts „Wiener Wäldchen“ ziehen die Stadt Wien und der Bezirk Brigittenau nun Bilanz. Klimastadtrat Jürgen Czernohorszky (SPÖ) und Bezirksvorsteherin Christine Dubravac-Widholm (SPÖ) stellten stolz die Ergebnisse vor. Im Rahmen der „Klimatour“ führte ihr Weg direkt ins Wäldchen im Hugo-Gottschlich-Park, einem der 15 angelegten Wäldchen, die seit 2022 in ganz Wien zu finden sind. Diese kleinen, grünen Oasen haben das Ziel, der Natur im urbanen Raum mehr Platz zu geben und die Artenvielfalt zu erhöhen.
Die „Wiener Wäldchen“ sind weit mehr als nur ein paar Bäume, die irgendwo in der Stadt gepflanzt wurden. Sie sind nach der innovativen Miyawaki-Methode angelegt, die in Japan entwickelt wurde. Dabei kommen Setzlinge auf engem Raum zusammen, sodass sie Licht- und Platzkonkurrenz fördern – und so das Wachstum beschleunigen. Die ersten Wäldchen sind 2022 entstanden und wurden seither als Erfolgsgeschichte gefeiert. Ein weiteres Wäldchen ist bereits für den Herbst 2023 geplant.
Vielfalt und Forschung im Fokus
Die Ergebnisse sind vielversprechend: Ein Brutvogelmonitoring hat gezeigt, dass in sechs der untersuchten Wäldchen ein großes Insektenaufkommen vorhanden ist. Bis zu 16 Vogelarten sollen sich dort wohlfühlen. Das wird unter anderem über die Plattform iNaturalist dokumentiert, wo Naturfreunde ihre Sichtungen melden können. Diese kleine grüne Revolution hat nicht nur ökologische Vorteile, sondern auch eine soziale Dimension. Kinder und Freiwillige können aktiv teilnehmen und lernen, was Umweltschutz bedeutet.
Ein weiterer Pluspunkt der „Wiener Wäldchen“ ist ihre kosteneffiziente Pflege. Dank des geringen Pflege- und Erhaltungsaufwands sind die Mini-Wälder eine nachhaltige Lösung für städtische Gebiete. Mit einer Fläche von mindestens 100 Quadratmetern können diese Wäldchen an Orten mit geringem ökologischen Wert angelegt werden. Das bedeutet, dass selbst brachliegende Flächen zu blühenden Lebensräumen werden können.
- Standorte der Wiener Wäldchen:
- Schmerlingplatz
- Messestraße/Nordportalstraße
- Hans-Pemmer-Park
- Waltergasse
- Stefan-Weber-Park
- Margaretengürtel
- Schloss Neugebäude
- Parkanlage Molischgasse
- Sechshauserstraße
- Halirschgasse/Dittersdorfgasse/Gilmgasse
- Türkenschanzplatz
- Strauß-Lanner-Park
- Hugo-Gottschlich-Park
- Jedlersdorfer Straße
- Langobardenstraße
Eine globale Bewegung
Das Konzept des Tiny Forest, das hinter dem Wiener Wäldchen steht, ist tatsächlich ein Lösungsansatz für die sozio-ökologische Krise, wie die Erfahrungen aus Japan zeigen. In der Miyawaki-Methode wird nicht nur die biologische Vielfalt gesteigert, sondern auch ein natürliches Klima geschaffen. So können die städtischen Wäldchen als Klimaanpassungsmaßnahme dienen, die viele Ökosystemdienstleistungen erbringen. Sie sind nicht nur grüne Lungen der Stadt, sondern auch wichtige Bildungsräume, in denen Kinder und Erwachsene gleichermaßen etwas über die Natur lernen können.
Insgesamt zeigt das Wiener Wäldchen-Projekt, wie wichtig solche Initiativen für die Zukunft unserer Städte sind. Sie helfen nicht nur der Natur, sondern auch uns Menschen, indem sie Lebensqualität schaffen. Die Begeisterung für die Umwelt wird durch die aktive Beteiligung an diesen Projekten noch weiter gestärkt. Wer weiß, vielleicht wird das nächste Wäldchen bald in deiner Nachbarschaft gepflanzt!
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