In Wien-Döbling brodelt es derzeit in der politischen Landschaft, vor allem wenn es um die vermeintlichen „Auszeit-WGs“ der NEOS geht. Diese sollen, so die Idee, auffällige Jugendliche aus problematischen Verhältnissen holen und ihnen eine sozialpädagogische Betreuung bieten. Die NEOS bezeichneten diese Initiative als „Meilenstein“ im Kampf gegen die Jugendkriminalität. Doch die Realität sieht anders aus. Bezirksvorsteher Daniel Resch von der ÖVP hat den NEOS jetzt einen Strich durch die Rechnung gemacht und Widerspruch geäußert. Er kritisiert, dass die WGs noch nicht einmal in Betrieb sind und fragt sich, wie man etwas feiern kann, das es nicht gibt. Resch fordert seit Monaten die Umsetzung dieser wichtigen Maßnahme, die bereits mehrfach in ihrer Einführung verschoben wurde.

Die NEOS wiederum haben behauptet, die Bildungsstadträtin Bettina Emmerling hätte die WGs bereits „eingeführt“. Doch Resch stellt klar: „Das ist schlichtweg falsch.“ Die Diskussion über die WGs zeigt, wie wichtig und gleichzeitig heikel das Thema Jugendkriminalität in Wien geworden ist. Immerhin wird geschätzt, dass ein Drittel aller Straftaten von einer kleinen Gruppe von Intensivtätern begangen wird. Diese Entwicklung ist alarmierend, und der Druck auf die Politik wächst.

Maßnahmen gegen Jugendkriminalität

Wien hat bereits ein umfassendes Maßnahmenpaket in Planung, um der steigenden Kinder- und Jugendkriminalität entgegenzuwirken. Ab Juni 2025 sollen geschlossene Einrichtungen im Rahmen eines Pilotprojekts für Schwellentäter eingeführt werden – also für Jugendliche, die am Übergang zur Intensivkriminalität stehen. Hierbei handelt es sich nicht um eine einfache Lösung, denn geschlossene Einrichtungen werden nur als letzte Option betrachtet. Vorher sind mehrere Stufen vorgesehen, die präventive Maßnahmen und Vernetzungsangebote für Eltern und Bildungseinrichtungen umfassen. Das klingt zwar gut, aber die Umsetzung ist ein ganz anderes Kapitel.

Ein weiteres interessantes Element des Programms ist die „Koordinierte Intervention bei Schwellentäter*innen“ (KISI). Dabei werden Erziehungsberechtigte sicherheitspolizeilich beraten, und es gibt eine Beobachtungsphase für die Jugendlichen. Nach dieser Phase folgt ein weiteres Beratungsgespräch. Bei erneuten Straftaten entscheidet eine Steuerungsgruppe über mögliche weitere Schritte. Diese Ansätze sind durchaus vielversprechend, aber sie zeigen auch, dass die Herausforderungen groß sind. Allein im April 2025 gab es rund 12.000 Straftaten von Minderjährigen in Wien – eine Zahl, die einen nachdenklich stimmt.

Ein Blick in die Zukunft

Die Debatte über die besten Lösungen zur Bekämpfung der Jugendkriminalität ist in vollem Gange. In Österreich ist die rechtliche Umsetzung geschlossener Einrichtungen für Minderjährige umstritten, und das Regierungsprogramm 2025 sieht Gesetzesänderungen vor. Die Pläne der Stadt Wien werden von verschiedenen Organisationen, insbesondere im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe, kritisch betrachtet. In diesem Kontext könnte Wien von den Erfahrungen aus anderen Ländern profitieren, wie etwa dem deutschen „Neuköllner Modell“. Doch die bisherigen Erfolge bei der Intervention mit straffälligen Jugendlichen sind begrenzt, was Fragen aufwirft, ob ähnliche Maßnahmen in Österreich den gewünschten Erfolg bringen können.

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Am Ende bleibt zu hoffen, dass die politisch Verantwortlichen die richtigen Entscheidungen treffen, um den Jugendlichen in Wien eine echte Perspektive zu bieten. Denn die Diskussion um die WGs und die geplanten Maßnahmen ist nur der Anfang eines langen Weges.

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