Am ehemaligen APA-Hochhaus in Wien-Döbling ist etwas Großes passiert. Ein riesiges Wandgemälde mit dem Titel „In Equality“ wurde präsentiert. Dieses Kunstwerk ist nicht einfach nur ein weiteres Bild an einer Wand; es ist das größte seiner Art in ganz Österreich! Der spanische Künstler Okuda San Miguel hat dafür seine Farben und Spraydosen gezückt. Ganze 800 Liter Farbe und 830 Spraydosen hat er verwendet, um die 1.100 Quadratmeter große Fläche zu gestalten. Das Ergebnis? Ein farbenfrohes, beeindruckendes Mural, das die triste Fassade des seit 2005 leerstehenden Hochhauses in ein wahres Wahrzeichen verwandelt.
Das Hochhaus selbst blickt auf eine bewegte Geschichte zurück. Eröffnet in den 1970er Jahren, war es bis zur Übersiedlung der Austria Presse Agentur im Jahr 2005 der Sitz der APA. Seither steht es eingezäunt und wartet auf eine neue Bestimmung. Die Präsentation des Wandgemäldes fand im Rahmen des Off-Stage-Programms des Song Contests statt, was dem ganzen Spektakel eine besondere Note verlieh. Die Zusammenarbeit zwischen der Stadt, dem Grundstückseigentümer Buwog und der Wiener Streetart-Organisation Calle Libre zeigt, wie wichtig Kunst im öffentlichen Raum ist.
Ein neues Kapitel für das Gebäude
Döbling wird 2026 Austragungsbezirk des Street Art-Festivals Calle Libre. Das passt hervorragend, denn das Mural könnte als Vorbote für zukünftige Entwicklungen auf dem Areal dienen. Die geplante Stadtentwicklung umfasst 2,5 Hektar mit Wohnungen, Gewerbeflächen und Grünraum. Das klingt vielversprechend, doch Details zur Planung sind noch nicht bekannt. Ein städtebauliches Leitbild muss erst beschlossen werden. Andreas Holler, Geschäftsführer von Buwog, bleibt optimistisch, wenn er sagt, dass sowohl Revitalisierung als auch Abriss des Turms möglich sind. Die Zukunft bleibt spannend.
Wien ist bekannt für seine Street-Art-Szene, die die Stadt in eine lebendige Freiluft-Galerie verwandelt. Kunstwerke sind überall zu finden – an Wänden, Fassaden, Hauseingängen und sogar U-Bahn-Stationen. Die Akzeptanz von Street-Art unter den Wiener:innen hat in den letzten Jahren zugenommen. Initiativen wie „KÖR Kunst im öffentlichen Raum Wien“ haben seit 2004 fast 300 Projekte im öffentlichen Raum initiiert. Das Projekt „Wienerwand“ stellt seit 2005 ausgewählte Wände für künstlerische Nutzung zur Verfügung, und der Wiener Donaukanal gilt als Epizentrum dieser kreativen Bewegung.
Das Festival Calle Libre, das seit 2014 in Wien stattfindet, zieht internationale und heimische Künstler:innen an und bietet über 70 Wände in 13 Bezirken zur Gestaltung an. Künstler wie Kobra und Kruella d’Enfer haben bereits ihre Spuren hinterlassen. Es ist kein Wunder, dass Wien einen hervorragenden Ruf als Kunststadt hat, der viele Kreative anzieht. Die Präsentation des Wandgemäldes am ehemaligen APA-Hochhaus ist ein weiterer Beweis dafür, wie sehr Street-Art das Stadtbild prägt und färbt.
