In Wien-Döbling tut sich was im Bereich der alkoholfreien Weine! Das Weingut Mayer am Pfarrplatz hat die Zeichen der Zeit erkannt und erweitert sein Sortiment um eine alkoholfreie Roséwein-Variante. Die Entwicklung des Marktes zeigt einen klaren Trend: Der Rückgang des Alkoholtrinkens, besonders unter Jugendlichen, wird prognostiziert. Doch anstatt den Kopf in den Sand zu stecken, sieht Geschäftsführer Thomas Podsednik darin eine Chance, neue Zielgruppen zu erreichen. Es ist schon spannend, wie diese Veränderungen auch die Weinwelt beeinflussen können.
Die neue Kreation, die den klangvollen Namen „Mayer Alkoholfrei Rosé“ trägt, wurde im „&Flora“ vorgestellt und hat ein ganzes Jahr zur Namensfindung gebraucht. Um den Rosé zu kreieren, der Noten von Himbeere und Johannisbeere vereint, mussten die Trauben im Sommer 2022 geerntet werden. Der Verkaufsstart folgte dann im Oktober 2022. Man könnte sagen, das Weingut hat alles richtig gemacht, denn laut einer Marketagent-Studie haben 27% der Befragten, besonders unter 30-Jährigen, bereits alkoholfreien Wein konsumiert.
Wachstum durch bewussteren Umgang mit Alkohol
Podsednik führt das Marktwachstum auf einen bewussteren Umgang mit Alkohol zurück. Das ist nicht nur in Österreich spürbar, sondern auch in Deutschland. Dort ist die Einkaufsmenge alkoholfreier Weine im Jahr 2024 um 86 Prozent gestiegen, und der Einkaufswert hat um 68 Prozent zugelegt. Diese Zahlen sind beeindruckend! Die Käuferbasis für alkoholfreie Weine konnte um 17 Prozent ausgebaut werden. Das zeigt, dass die Akzeptanz dieser Produkte immer mehr zunimmt.
Rund 10% der Weine im Sortiment des Weinguts sind mittlerweile alkoholfrei, und das Ziel ist es, nicht den klassischen Wein zu ersetzen, sondern neue Marktsegmente zu erschließen. Diese alkoholfreien Weine werden überwiegend zusätzlich zu normalen Weinen eingekauft. Man könnte fast sagen, dass sie eine Art Ergänzung zum klassischen Genuss darstellen. Die Herstellung basiert auf der Vakuumdestillation, bei der der Alkohol bei niedrigen Temperaturen verdampft. Das Resultat ist ein Restalkoholgehalt von etwa 0,3 Volumenprozent – vergleichbar mit Fruchtsäften.
Ein Blick in die Zukunft
Ein weiteres spannendes Detail ist, dass die Entalkoholisierung derzeit in Deutschland stattfindet, während der Infrastrukturaufbau in Österreich noch im Gange ist. Die nächste Charge wird rund 70 Kilometer entfernt entalkoholisiert, was zeigt, dass hier noch einiges in Bewegung ist. Die Preise für alkoholfreie Weine sind aufgrund der Verwendung reifer Weine höher, was sich jedoch als notwendig erweist, um die Qualität der Produkte zu gewährleisten.
Der Trend zu alkoholfreien Getränken gewinnt immer mehr an Beliebtheit – laut dem Trendreport Ernährung 2025 wird „alkoholfrei“ bereits von 50% der befragten Experten als ein etablierter Trend betrachtet. Der Absatzanteil alkoholfreier Biere liegt bereits bei 7%, während der Marktanteil alkoholfreier Weine unter 1% liegt, aber mit wachsender Tendenz. Auch alkoholfreie Schaumweine sind im Kommen und erfreuen sich über 7% Marktanteil. Hier wird die Premiumisierung erkennbar, da höhere Preise durch den gesteigerten wahrgenommenen Wert gerechtfertigt sind.
Die Entwicklungen im Bereich der alkoholfreien Weine sind also nicht nur ein Trend, sondern ein Zeichen für einen sich wandelnden Weinkonsum. Die Herausforderungen in der sensorischen Qualität, insbesondere der Verlust charakteristischer Aromen während des Entalkoholisierungsprozesses, bleiben bestehen. Aber die Forschung – etwa an der Hochschule Geisenheim – hat das Potenzial, durch nachhaltige Nutzung von Traubentrester neue Aromastoffe zu entwickeln. Diese könnten den Geschmack alkoholfreier Weine erheblich verbessern und damit die Akzeptanz weiter steigern.
Wer weiß, vielleicht wird der alkoholfreie Wein bald genauso beliebt sein wie seine alkoholhaltigen Verwandten – ein Blick in die Zukunft, der auf jeden Fall neugierig macht!
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