In der heutigen Zeit leben viele ältere Menschen allein, oft nach einem langen Leben in einem lebendigen Einfamilienhaus, das früher mit Kindern und Nachbarn gefüllt war. Der Auszug der Kinder oder der Verlust des Partners führt dazu, dass die Pflege von Garten und Haus zur Belastung wird. Die Vorstellung, in eine barrierefreie Wohnung umzuziehen, um selbstbestimmt zu leben, zieht viele in Betracht. Altersheime sind für viele keine Option, da sie sich mehr Gesellschaft wünschen. Isabella Stickler, Obfrau der Gemeinnützigen Bau-, Wohn- und Siedlungsgenossenschaft Alpenland, hat daher die Notwendigkeit neuer Wohnangebote für alleinlebende ältere Menschen betont.

Ein spannendes neues Wohnbauprojekt in St. Pölten Viehofen plant 93 Wohnungen, deren Baubeginn für den Herbst ansteht. Hier soll eine Durchmischung von Jung und Alt geschaffen werden, wobei eine integrierte Infrastruktur mit Nahversorgern, Apotheken und Gesundheitsangeboten gleich mit eingeplant wird. Die ersten Vormerkungen für das Projekt sind bereits eingegangen, und die offiziellen Vermietungen beginnen im Jahr 2027. Besonders interessant ist der Grundriss der Clusterwohnungen, der eine spätere 24-Stunden-Hilfe ermöglicht. Die geschätzte Monatsmiete für diese Wohnungen liegt bei 11-12 Euro pro m², plus einem Finanzierungsbeitrag.

Alternative Wohnformen im Alter

Rund 40 % der Haushalte in Österreich sind Einpersonenhaushalte, was bedeutet, dass etwa 1,6 Millionen Menschen im Jahr 2024 allein leben. Die größte Gruppe unter den Alleinlebenden sind Personen über 65 Jahre, meist Frauen. Viele dieser Alleinstehenden denken frühzeitig über geeignete Wohnmöglichkeiten im Alter nach. Die Caritas Wien bietet beispielsweise das Modell „WG Melange“ an, das Wohnen mit Gemeinschaft verbindet. In der Seestadt Aspern gibt es 8 Apartments mit Gemeinschaftsflächen, wobei die Kosten bei ab 600 Euro pro Monat liegen. Das Interesse an solchen Wohnformen ist groß, und Nachfolgeprojekte sind bereits in Planung.

Auch Kolping Österreich hat WG-Wohnungen für ältere Menschen in Wien im Angebot. Hier gibt es private Apartments und Gemeinschaftsräume, wobei die Kosten zwischen 725 und 950 Euro pro Monat liegen, inklusive Betriebskosten. Die Idee hinter diesen Wohnformen ist es, ein Gefühl von Gemeinschaft zu schaffen, während gleichzeitig die individuelle Freiheit gewahrt bleibt. Das Konzept des gemeinschaftlichen Wohnens bietet nicht nur eine bessere Wohnqualität, sondern auch die Möglichkeit, Kosten zu teilen.

Der Wert von Gemeinschaft

Die Herausforderung, alternative Wohnformen zu finden, die von der Autonomie der Bewohner geprägt sind, ist groß. Altersgerechtes Wohnen sollte bestimmte Voraussetzungen erfüllen, wie etwa einen barrierefreien Zugang und geschultes Pflegepersonal. Die Vorteile solcher Wohnprojekte sind klar: mehr Unabhängigkeit, Flexibilität bei der Wahl der Gemeinschaft und oft auch niedrigere Kosten im Vergleich zu klassischen Pflegeheimen. Beispiele reichen von Senioren-WGs, die eine ähnliche Struktur wie klassische Wohngemeinschaften bieten, bis hin zu Mehrgenerationenhäusern, in denen Menschen unterschiedlichen Alters zusammenleben.

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Ob Demenz-WG oder betreutes Wohnen – die Vielfalt der Möglichkeiten ist beeindruckend. Senioren-Wohnprojekte sind häufig in Mietwohnungen zu finden, was sie praktisch und flexibel macht. Geteilte Räume und gemeinsame Anschaffungen ermöglichen eine höhere Wohnqualität – und das alles in einem Rahmen, der den Bedürfnissen der älteren Generation gerecht wird. Immer mehr ältere Menschen setzen auf diese Modelle und suchen nach Wegen, das Leben im Alter aktiv und in Gemeinschaft zu gestalten.

In einer Welt, die oft von Hektik und Vereinsamung geprägt ist, bieten diese alternativen Wohnformen einen Lichtblick. Sie schaffen Räume, in denen sich Menschen gegenseitig unterstützen, gemeinsam lachen und die Herausforderungen des Alters meistern können. So wird das Älterwerden nicht nur als eine Phase des Rückzugs, sondern als eine Gelegenheit zur aktiven Mitgestaltung des Lebens wahrgenommen.

Für weitere Informationen zu diesen Themen besuchen Sie bitte die Quelle: Kurier.