In Wien-Donaustadt wird zurzeit eine spannende Debatte über die Behandlung von ausländischen Patienten in den Kliniken der Stadt geführt. Die Stadt Wien hat kürzlich Zahlen veröffentlicht, die zeigen, dass täglich über 1600 Ausländer in Wiener Kliniken behandelt werden. Diese Information hat die FPÖ auf den Plan gerufen, die eine Anfrage an Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) gestellt hat. Der Hintergrund der Anfrage ist eine bundesweite Diskussion, die in den letzten Jahren immer wieder aufflammte. Sie dreht sich um die stattlichen 22 Millionen Spitalsbehandlungen für Zuwanderer, die in den letzten zehn Jahren verzeichnet wurden. Die betroffenen Nationalitäten sind vielfältig und umfassen Türken, Syrer, Ukrainer, Afghanen, Iraker, Iraner und viele andere Drittstaatsangehörige. Es bleibt abzuwarten, welche konkreten Antworten die Stadt Wien auf die Fragen der FPÖ geben wird. Mehr dazu hier.

Die gesundheitliche Lage von Migranten in Österreich ist ein vielschichtiges Thema. Eine aktuelle Studie, durchgeführt von der Austrian Health Academy in Zusammenarbeit mit HealthSystemIntelligence und beauftragt vom Österreichischen Integrationsfonds, hat sich intensiv mit den gesundheitlichen und ökonomischen Aspekten der Migration beschäftigt. Sie zeigt, dass Migrantinnen und Migranten oftmals einen schlechteren Gesundheitszustand aufweisen als ihre österreichischen Mitbürger. Die Gründe dafür sind vielfältig: Hohe Arbeitslosigkeit, ein niedriges Bildungsniveau sowie Armutsgefährdung tragen zu diesen gesundheitlichen Disparitäten bei. Lebensstilbezogene Risikofaktoren und eine geringere Gesundheitskompetenz sind weitere Punkte, die in der Studie thematisiert werden. Die Forschungen wurden zwischen Dezember 2020 und April 2021 durchgeführt und bieten eine vergleichende Analyse der sozialen und gesundheitlichen Lage von Menschen mit Migrationshintergrund.

Risikofaktoren und ihre Bedeutung

Die Studie definiert Migrationshintergrund als den Zustand, wenn beide Elternteile im Ausland geboren wurden, was die Betrachtung der Daten erheblich erleichtert. Besonders auffällig ist der Zusammenhang zwischen der Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen und den Gesundheitskosten, die laut den Kostendaten des Gesundheitsausgabenprofils von Statistik Austria ermittelt wurden. Wenn man bedenkt, dass die Mehrheit der ausländischen Patienten in Wien aus Ländern mit ganz unterschiedlichen Gesundheitsstandards kommt, wird klar, dass hier ein enormer Handlungsbedarf besteht.

In dieser Diskussion wird oft übersehen, dass Migranten nicht nur Patienten, sondern auch Teil der Gesellschaft sind, die wertvolle Beiträge leistet. Dennoch ist es wichtig, die Herausforderungen zu erkennen, mit denen sie konfrontiert sind, und Lösungen zu finden, die sowohl die gesundheitlichen als auch die sozialen Aspekte berücksichtigen. Die Gesundheitsversorgung sollte für alle zugänglich und fair gestaltet sein, unabhängig von der Herkunft. Hier finden Sie mehr Informationen zu den Ergebnissen der Studie.

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