Heute ist der 8. Juli 2026 und wir feiern ein ganz besonderes Jubiläum in Wien-Favoriten. Das Amalienbad feiert seinen 100. Geburtstag! Wer hätte gedacht, dass dieses „Luxusbad“ im Arbeiterbezirk so eine lange Geschichte hat. Es wurde 1926 eröffnet, um der breiten Masse Zugang zu Hygiene zu verschaffen. Das war damals ein ganz großes Ding, denn viele Menschen hatten in ihren Wohnungen keinen eigenen Wasseranschluss oder überhaupt keine Duschen. Hygiene war ein Luxus, den sich viele nicht leisten konnten.

Ursprünglich beschloss der Wiener Gemeinderat 1919 das „Bäderprogramm“, das den Bau von 20 neuen Badeanstalten in der Stadt zum Ziel hatte. Diese Initiative war ein Versuch, den Menschen, die unter katastrophalen Bedingungen lebten, Zugang zu Körperpflege zu ermöglichen. Das Amalienbad wurde nach Amalie Pölzer benannt, der ersten Frau im Wiener Gemeinderat, und sollte den Arbeitern im Bezirk Favoriten eine Oase der Erholung bieten.

Von der Eröffnung bis zum Wiederaufbau

Am 8. Juli 1926 war es dann endlich so weit: Das Bad öffnete seine Türen und wurde binnen kürzester Zeit zu einem beliebten Treffpunkt. Mit Platz für rund 1.300 Badegäste gleichzeitig und einer beeindruckenden Ausstattung, darunter ein Sportbecken mit Sprungbrett und ein Kinderbecken, war das Amalienbad ein Hit. Die Architektur, entworfen von Karl Schmalhofer und Otto Nadel, beeindruckte mit farblichen Wandverfliesungen und künstlerischen Mosaiken. Alles war darauf ausgelegt, den Besuchern ein angenehmes Erlebnis zu bieten.

Die ersten Jahre waren ein voller Erfolg – im ersten Jahr besuchten über 1,1 Millionen Menschen das Bad! Doch die Zeiten der Freude sollten nicht lange anhalten. Der Zweite Weltkrieg brachte Zerstörung und das Amalienbad wurde schwer beschädigt. Der Betrieb wurde 1944 eingestellt, und erst 1945 begann der Wiederaufbau, der bis 1952 dauerte. Die Kosten für diese umfangreiche Renovierung betrugen etwa 10 Millionen Schilling. Am 9. April 1952 konnte das Bad endlich wieder in vollem Umfang eröffnet werden.

Generalsanierung und Herausforderungen

In den 80er-Jahren erlebte das Amalienbad eine umfassende Generalsanierung. Die Pläne dazu stammten von Erich Mülbacher und Erich Schlöss, und am 22. November 1986 wurde die neue Schwimmhalle eingeweiht. Dabei wurden auch das historische Kesselhaus abgerissen und die Schornsteine abgetragen – ein Schritt, der viele nostalgische Gefühle weckte. Dennoch blieb das Bad ein beliebter Ort für die Wiener Bevölkerung.

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In den letzten Jahren gab es jedoch immer wieder Berichte über sexuelle Belästigung im Saunabereich, was zu einem besorgniserregenden Thema geworden ist. Die zuständige Magistratsabteilung hat darauf reagiert und Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheit angekündigt, darunter Schulungen für das Personal und die Bereitstellung von Informationsmaterial. Diese Entwicklungen sind wichtig, um das Vertrauen der Besucher zurückzugewinnen und ein sicheres Umfeld zu schaffen.

Ein Teil des Kiezes

Das Amalienbad ist nicht nur ein Schwimmbad, sondern ein Teil der Identität des Bezirks Favoriten. Es hat sich im Laufe der Jahre verändert, bleibt aber ein beliebter Anlaufpunkt für Familien, Sportler und Erholungssuchende. Es liegt am Reumannplatz 23 und ist aufgrund seiner Lage und seiner Geschichte eng mit der Entwicklung des Stadtteils verbunden. In der Nähe befinden sich auch andere bekannte Einrichtungen, wie der Eissalon Tichy, der für seine köstlichen Eissorten berühmt ist.

Aktuell ist das Bad bis zum 2. August in Sommerpause, was vielen von uns die Gelegenheit gibt, die Eröffnung der nächsten Badesaison zu erwarten. Das Amalienbad, ein Ort, der Geschichte atmet und dennoch lebendig bleibt, ist ein Beispiel dafür, wie wichtig der Zugang zu Hygiene und Erholung für die Gemeinschaft ist. Wir dürfen gespannt sein, was die nächsten Jahre bringen werden.

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