In der Wiener Donaustadt kam es am Freitagabend zu einem Schreckmoment, als gegen 18 Uhr ein Brand in einer Abfallverwertungsanlage ausbrach. Der Vorfall ereignete sich in der Nähe der Gotramgasse, und die Berufsfeuerwehr Wien ließ nicht lange auf sich warten. Mit 31 Fahrzeugen und 120 Einsatzkräften rückte die Feuerwehr an, um dem Flammenmeer Einhalt zu gebieten. Alarmstufe 4 wurde ausgelöst, was die Dringlichkeit der Lage unterstrich. Glücklicherweise gelang es den Feuerwehrleuten, das Übergreifen des Feuers auf den sensiblen Sondermüllbereich zu verhindern. Laut ersten Berichten bestand zu keinem Zeitpunkt Gefahr durch besonders gefährliche Dämpfe. Die Feuerwehr hatte den Brand gegen 19.30 Uhr unter Kontrolle, auch wenn der Schaden erheblich war. Bislang wurden keine Verletzten gemeldet, was ein kleiner Lichtblick in dieser angespannten Situation ist.

Die Auswirkungen auf den Verkehr waren jedoch gravierend. Die Südosttangente (A23) wurde zwischen Knoten Kaisermühlen und Stadlauertunnel in beiden Richtungen gesperrt. Diese Sperre sollte bis mindestens 23.30 Uhr andauern. Fahrgäste der U2 konnten den Brand während der Fahrt beobachten, da die U-Bahn an der Station Stadlau nicht hielt. Die Einschränkungen im Bahnverkehr waren ebenfalls spürbar: Die ÖBB meldete, dass zwischen den Bahnhöfen Wien-Simmering und Wien-Erzherzog-Karl-Straße keine Fahrten möglich waren, mit einer voraussichtlichen Sperrdauer bis 22.30 Uhr. Für die Besucher des Donauinselfestes bestand jedoch zu keiner Zeit Gefahr, was sicher vielen ein wenig Beruhigung brachte.

Brandgefahr in Recyclinganlagen

Dieser Vorfall wirft ein Licht auf ein größeres Problem, das nicht nur Wien betrifft. In den letzten drei Monaten gab es vermehrt Brände in Recyclinganlagen in Deutschland, die die Gesundheit und Sicherheit von Mitarbeitenden und Anwohnern gefährden. Die wirtschaftlichen Schäden sind erheblich, und die Arbeit der Kreislaufwirtschaft wird dadurch beeinträchtigt. Experten warnen vor steigenden Brandgefahren in der Recyclingbranche, wobei falsch entsorgte Lithium-Ionen-Akkus als Hauptursache identifiziert wurden. Diese Akkus, die in Elektrogeräten vorkommen, können sich selbst entzünden und explosionsartige Brände verursachen. Aber auch unsachgemäße Entsorgung von Gasflaschen und technische Probleme, wie überhitzte Umlenkrollen, können schnell zu einer Katastrophe führen.

Die Brände in Entsorgungsbetrieben führen oft zu Großschäden, da die vorhandene Brandlast und prozessbedingte Stäube das Risiko erheblich erhöhen. Die Hübener Versicherung beobachtet diese Entwicklungen genau. Nach einem schadenreichen Jahr 2022 sind zwar Frequenz und Schadenhöhen in 2023 tendenziell rückläufig, jedoch wird im ersten Quartal 2025 eine Zunahme erwartet. Ein Grund für diese Zunahme könnte die wirtschaftliche Lage und der Fachkräftemangel sein, die beide zu weniger Investitionen in Präventionsmaßnahmen führen könnten.

Prävention ist das A und O

Die Wichtigkeit von präventiven Maßnahmen kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. Anja Käfer-Rohrbach, stellvertretende Hauptgeschäftsführerin des GDV, hebt hervor, dass vor allem gequetschte Akkus in Müllpressen ein besonderes Risiko darstellen. Der GDV hat einen neuen Leitfaden entwickelt, der Unternehmen in der Entsorgungswirtschaft organisatorische und technische Hilfestellungen bieten soll. Die Empfehlungen beinhalten Maßnahmen zur technischen Sicherheit und zur Verbesserung betrieblicher Abläufe. Beispielsweise stellen Einweg-E-Zigaretten (Vapes) eine zusätzliche Gefahr dar, da sie oft im Hausmüll landen. Laut dem Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Kreislaufwirtschaft (BDE) gibt es bundesweit bis zu 30 Brände pro Tag, die durch falsch entsorgte Batterien oder Akkus ausgelöst werden.

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Es ist also höchste Zeit, dass sowohl Verbraucher als auch Unternehmen Verantwortung übernehmen. Politische Maßnahmen sind ebenfalls gefragt, um sicherzustellen, dass gefährliche Abfälle nicht im Restmüll landen. In Ländern wie Frankreich und Belgien sind Einweg-Vapes bereits verboten. In Deutschland hingegen steht die neue Regierung vor der Herausforderung, schnell zu handeln. Unternehmen sollten in Brandschutz investieren und präventive Maßnahmen in Abstimmung mit ihren Versicherern planen. Der GDV-Leitfaden zum Brandschutz ist online verfügbar und könnte eine wertvolle Ressource für die Branche sein.

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